Capua, Aufzeichnungen von Ida (7)

Aufzeichnungen von Ida aus Lusitanien, freigelassen im Jahr Cn. Fulvio C. Annio consulibus, Capua

fortan gerufen als Aurinia Sperantia Liberta

Diese Zeilen schreibe ich nicht wie sonst in Heimlichkeit. Die Götter haben mich ohnegleichen gesegnet, denn was für den überwiegenden Teil von Sklaven und Gladiatoren und vor allem für Lucille Batiatus wie ein boshafter Schicksalsschlag gewesen sein mag, bedeutete für mich die Befreiung aus der Sklaverei.

Die Nacht habe ich in einem Bett verbracht, wie es mein Leib nie zuvor berührte und so konnte ich mich von den ereignisreichen, anstrengenden Tagen, die hinter mir liegen, gut erholen. Den Stein ins Rollen brachte Lucille Batiatus selbst, Domina und Lanista. Sie verschwand eines Tages und Marcus Flavius Naevius spürte sie in Capua auf, als die Sicherheitslage im Ludus wegen einer umherziehende Banditenbande bedenkliche Ausmaße angenommen hatte.*

Mittlerweile hatte Maximus, der Buchhalter, sich den Unterlagen des Ludus angenommen und war zu wenig überraschenden, aber nicht minder erschreckenden Erkenntnissen gelangt. Misswirtschaft hatte das Haus an den Rand des Zusammenbruchs getrieben. So verwunderte es auch nicht, dass Lucille in Capua dem gesandten Marcus ein Verkaufsangebot eröffnete.

Zurück im Ludus waren es Maximus, Lucretia und Marcus – allesamt wohlhabende und auf ihr Ansehen bedachte Bürger, die das Angebot bis tief in die Nacht hinein diskutierten. Für alle drei kam es nicht in Betracht offiziell ein Leben als Lanista anzustreben, obgleich jeder für sich das Angebot als Chance sah: Maximus als Geldvermehrer des reinen Profits wegen. Lucretia fand lüstern Gefallen daran, dass so starke Gladiatoren teilweise ihr gehören und ihr kein Spiel mit ihnen verweigert werden konnte. Marcus sah seine Chance gekommen, sein Vermögen zu mehren um endlich genügend Kapital für ein Amt im Senat anhäufen zu können, darüber hinaus wusste er, wie hilfreich es war, wenn er über gute Gladiatoren verfügte, die seine Beliebtheit beim Volk steigern würden.  Keiner von ihnen jedoch wusste einen vertrauenswürdigen Lanista zu benennen, der ihnen vollkommen loyal und ergeben sein würde.

An dieser Stelle rast mein Herz, denn das war der Moment, in dem ich mich ins Spiel der Mächtigen brachte. Meine Pläne mit Marcus waren dem, was ich nun in ihre Gedanken pflanzte, nicht ganz unähnlich gewesen, ich hatte vorgehabt sein Vermögen durch Leistung und Geschick zu mehren und dafür in einem Jahr die Freiheit zu erhalten. Dass sich aber so bald eine Chance bieten würde, das hatte ich nicht zu hoffen, ja nicht einmal von den Göttern zu erbitten gewagt. Mein Vorstoß war so kühn, dass ich in Freyas Gesicht den Zweifel deutlich lesen konnte und doch konnte ich mir für den Moment ihrer Unterstützung gewiss sein, denn alles war in ihren Augen besser als ein zerfallendes Haus und ein erneuter Verkauf ins Ungewisse.

Schließlich kamen die Versammelten überein den Ludus zu erwerben, mich zu befreien und als ihre Hand und Lanista im Haus zu installieren. Gleichwohl ließen sie mich nicht im Unklaren darüber, dass mein eigenes Wohl nach wie vor von ihrem Wohwollen abhing und doch, wenn ich fleißig und erfolgreich sein würde und ihnen den Profit erwirtschaftete, auf den sie allesamt aus waren, dies auch zu meinem eigenen Nutzen sein würde. Eine weitere Bedingung war, dass Freya und ich absolutes Stillschweigen über die eigentlichen Geldgeber und Fädenzieher waren müssen.

* Meine Kenntnisse der Heilkunde konnte ich erneut anwenden, diesmal waren es zwei Pfeilwunden einige tiefe Schnitte. Die Wache Trajan hat im Alleingang fast die ganze Bande ausgelöscht und doch konnten zwei von ihnen fliehen. Zuvor hatten sie in der Nachbarschaft ein regelrechts Blutbad angerichtet.

***

OOC-Anmerkung: Eine neue völlig neue Erfahrung ist das nun. Die Simowner wollte nicht mehr weitermachen und so sind wir mit eingesprungen, damit das RP weiter laufen kann. Bisher waren wir ja sonst immer die Simowner, die nicht mehr wollten oder konnten. Idas Rolle musste sich nun verändern, was ich aber nicht bedaure. Die Handlungsmöglichkeiten einer Sklavin sind für mich auf Dauer zu eng. So habe ich nun  mehr Optionen und trotzdem drei Paar Füße im Nacken. 🙂

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