Feuer, Schreie und Stimmen

Sikrid lag im feuchten Sand, als sie erwachte. Das Geräusch von Holz, das gegen Holz stößt, das Rauschen der Brandung, das Brechen von Wellen an Fels. Das alles hörte sie, bevor sie wieder richtig zu sich kam. Dann war da ihr Mund, der vom Salzwasser brannte und  ihre Augen, die sie kaum zu öffnen vermochte. Dann spürte sie die Kälte, genau genommen spürte sie die Taubheit in den Beinen und ihren Füßen, die vom eisigen Wasser umspült wurden. Hinter ihr lagen die Überreste der einst stolzen Schiffe, mit denen sie nach Abella aufgebrochen waren.
Sie waren vor Tod und Chaos geflohen, aber Sikrids Erinnerungen waren verschwommen. Zu lang hatten die Entbehrungen, die Angst und schließlich die Seereise gedauert. Verrückte, hatte man die Leute genannt, die in die neue Welt segeln wollten um das Elend hinter sich zu lassen. Zu diesen Verrückten hatte Sikrid auch gehört. Abella, ein Land, von dessen Existenz man nur in Geschichten hörte, aber über das es kein genaues Wissen gab.

Das erste, das über ihre Lippen kam, als sie den Kopf hob, war ein Dank an die Götter. Denn sie lebte und da war die Hauptsache. Vor ihr lag eine schneebedeckte Ebene, durch die nur an einigen Stellen der Sand durchschimmerte und dahinter konnte man Wald erkennen, der sich unendlich weit zu erstrecken schien. Das Durchsuchen der Wrackteile und der Toten nahm eine Weile Zeit in Anspruch, die sie sich nahm. Ein paar aufgeweichte Kekse und ein rostiges Messer waren alles, was sie fand, so dass sie schließlich den Strand hinter sich ließ und Richtung Wald lief. Im Wald fand man Deckung. Und vielleicht eine Art Unterschlupf, außerdem vielleicht Feuerholz, das nicht vom Salzwasser durchtränkt war. Wenn die Nacht kam, musste sie vorbereitet sein.

Viel wusste sie nicht über das Überleben in der Natur, auf sich allein gestellt. Sikrids Hände waren zart, nicht von Schrunden bedeckt und ihre Zöpfe waren mit Bändern umwickelt, die eins hübsch und kostbar gewesen waren. Ihr Kleid war verziert und sicher einst ansehnlich gewesen, auch wenn es nun in Fetzen um ihre rot gefrorenen Beine hing. Immer wenn sie versuchte sich zu erinnern wer sie eins war, wie sie gelebt, wer ihre Eltern waren, sah sie Flammen vor Augen und hörte diese Schreie, die nicht wirklich da waren außer in ihrem Kopf. Alles was sie mitgebracht hatte, war ihr Name. Und den Glauben an die Götter, deren Stimmen leise in ihrem Kopf flüsterten. Manchmal kaum zu hören, dann wieder ohrenbetäubend laut. Sie blieb stehen und schaute zum Himmel. „Geh… nach…Norden….Norden….“

„Norden. Ich gehe nach Norden.“ wiederholte sie gehorsam. Dann setzte sie sich in Gang. Unterwegs hielt sie immer wieder an und grub mit bloßen Händen in der Erde um essbare Wurzeln zu finden, bevor sie an einige Apfelbäume geriet, an denen noch ein paar wurmzerfressene, mehlige Äpfel hingen, die sie einsteckte. Der Wald war endlos.  Schließlich drohte die Nacht hereinzubrechen und Sikrid richtete sich ein Lager aus Ästen und Laub. Und ein Feuer, an dem sie sich zu wärmen suchte. Es würde hoffentlich auch Tiere fern halten, die zu groß waren um sie mit einem schweren Ast zu erschlagen. Sikrid rollte sich dicht an Feuer ein und fiel in einen Schlaf tiefer Erschöpfung.

Life is Feudal ist wieder da, endlich in der MMO-Version.

Es war ein kurzer Wiedereinstieg in SL. Und eigentlich ist er beendet bevor es richtig los ging. Ich habe den Moment mehrfach durch,  bei dem ich sagte: Ich mache nichts mehr außer Bauen und Shop, das zahlt sich wenigstens aus.

Rollenspiel bewegt sich zwischen einem Rest-Klump aus Gorsims und Mittelalter/Fantasy sowie Urban/Fantasy. Für das alles interessiere ich mich nicht mehr. Vampire fand ich zuletzt als Teenager geil und Werwölfe nur in Rammstein Videos.

Wer auch immer demnächst kommt und sagt „Macht doch wieder was, es gibt nichts Gescheites mehr“, den werde ich nicht erhören. Macht selbst was. Seht und versteht. Der Spaß, den man geboten bekommt, der kostet Geld und Energie. Das nehm ich mir nun lieber aus SL und stell was Schönes damit an.

Premium in Life is Feudal, zum Beispiel. Wir haben uns dort auf Epleland niedergelassen und sind bei einer Gilde aus Freibauern untergekommen. Die Story bis dahin ist aber noch nicht erzählt, deshalb verrate ich nicht allzu viel. Dreckiges, gefährliches Mittelalter ohne Elfenkacke und Kram. Man kann nur Menschen spielen und Gelegenheit zur zweistündigen Char-Umstylingaktionen gibt es auch keine. Den Göttern sei Dank.

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