Feeling Good

Valerie hatte häufig gehört, dass die Briten ein wenig steif waren und schwer auftauten. Nachdem sie mit Nathan Finch eine Stunde verbracht hatten, zweifelte sie ein wenig daran, ob er eine gute Wahl gewesen war. Vermutlich schaltete er das Licht aus, bevor er die Hosen runterließ. Wenn er sie überhaupt je herunterließ bevor man Ehering ausgetauscht hatte. Nach einem Glas Scotch war Valerie angenehm entspannt und ganz eins mit ihrer neuen Identität. Die einzige schauspielerische Leistung bestand darin bei den gelegentlich auftretenden Turbulenzen ein wenig Ängstlichkeit auszustrahlen, denn es war Flugangst gewesen, die sie als Vorwand genutzt hatte um sich zu Finch gesellen zu können.

Finch gab unterdessen den perfekten Gentleman und legte eine Art väterlichen Gleichmut an den Tag. Erst als sie ihm die Adresse in London genannt hatte, an der das Haus stand, das Teil ihres Erbes war, hatte sich Finchs Art der Aufmerksamkeit gewandelt. Kein Zweifel. Status und Vermögen waren der Türöffner gewesen. So kam es, dass sie sich nach dem Flug ein Taxi teilten und sie ihn einlud, das ihr noch fremde Haus mit ihr zu erkunden.

Der obere Salon war geschmackvoll eingerichtet und das Leder der Couch knarrte als Finch sich setzte. Schließlich setzte Valerie alles auf eine Karte und kletterte auf seinen Schoß. Sie wollte Sex und nichts weiter, vor allem wollte sie nicht vier Wochen lang mit ihm ausgehen müssen, um endlich zu bekommen, wofür sie ihn sich auserkoren hatte. Rittlings auf ihm sitzend, presste sie ihre Schenkel fest um seine Beine und legte ihre Lippen auf seinen Mund, nachdem sie ihm erklärt hatte:

„Machen wir es nicht so kompliziert. Ich will Sex mit Ihnen, Nathan.“

Er trug keinen Ehering. Sie trug keinen. Für Valerie war ihr Anliegen das Natürlichste von der Welt. Finch machte keine Anstalten sich zu verweigern und schob seine kräftigen gepflegte Hände unter ihrem kurzen Rock um ihre Arschbacken zu umfassen. Allenfalls in seinem Blick erkannte sie einen kurzen Moment der Überraschung, mit dem sie gut vertraut war. Sie wirkte jünger und unschuldiger als sie in Wirklichkeit war. So hatte sie auch in Finch in erster Linie seinen Beschützerinstinkt geweckt und da er wohl so etwas wie ein Ehrenmann war, hatte er nicht versucht der jungen flugängstlichen Amerikanerin etwas aufzudrängen. Aber jetzt begriff er. Und er begriff schnell.

Sein Griff wurde fester und Valerie stöhnte leise auf. Es sollte sich herausstellen, dass die britische Steifheit nicht in allen Lebensbereichen lustfeindliche Auswirkungen hatte. Nachdem Valerie zum ersten Mal gekommen war, umspielte ein leichtes Grinsen ihre Lippen. Nein, Nathan Finch war keine schlechte Wahl gewesen. Sein gutes Benehmen kaschierte nur eine gewisse Rücksichtslosigkeit, die Valerie an Männern im Bett so schätzte und die sich in einer gewissen Grobheit beim Ficken niederschlug. Dabei war er durchaus zungenfertig, verhielt sich dabei aber weniger servil, sondern eher zielgerichtet um so viel Kontrolle wie möglich über sie zu erlangen.

 

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