Glanz und Gloria

(Oh-oh, here she comes)

Watch out boy

She’ll chew you up

(Oh-oh, here she comes)

She’s a maneater

Was lieben wir am Rollenspiel? Nach Jahren von Selbsterkundung in dem Bereich komme ich nicht umhin zu sagen, dass es nicht das Zuhause ist, das ich suche. Im Gegenteil. Die Routine lässt mich träge werden, in meinem Brustkorb wird es eng und der Gang im Spiel zur Selbstüberwindung. Wenn das Spiel stagniert und zum Alltag in einer anderen Welt wird, wo Verpflichtung die Freude und die Freiheit ersetzt, da kann ich noch eine gewisse Weile durchhalten, aber irgendwann spüre ich den Drang zu entkommen. Wenn das Rollenspiel nicht mehr aufregender ist als der Besuch in der Eckkneipe, dann muss ich weg. Dann fehlen die Geschichten, dann fehlt der Sog. Dann kann ich den Rechner aus lassen.

Bei zunehmend vielen Spielern kommt der Punkt des „weiter, ich brauch Neues“ relativ schnell. Ihr Reiz des Rollenspiels ist das Erfinden neuer Chars in einer neuen Umgebung, ein Reiz, der sich nach dem Bekanntmachen mit anderen Chars dann eigentlich schon verflüchtigt hat und so ziehen sie weiter nach zwei bis vier Wochen.

Ich entwickle meine Chars gern, sehe zu, wie Dinge sie verändern und prägen, mag es, wenn sie siegen und unterliegen in einem gesunden Gleichgewicht. Ähnlich wie Amira damals ist mir Lovis in Helvegen ans Herz gewachsen. Aber die Stagnation und die Routine waren nach zwei Jahren erdrückend. Das ganze dann noch weiterzuführen, wenn Beric kaum noch in Rollenspiel findet, war für mich nicht mehr denkbar. Letztlich war er der Grund, warum ich im letzten halben Jahr noch meinen inneren Schweinehund überwinden konnte und Lovis gesteuert habe, obwohl meine Fantasie längst in neuen Welten wandelte. Für Beric war’s ein ähnlicher Kampf. Immer wieder ins Rollenspiel – eigentlich nur, weil der Jarl gebraucht wird, nicht weil man sich noch dran freut. Zwei Stunden rarer werdende Freizeit dahin für etwas, das das Herz zunehmend kalt lässt.

So war’s für mich, als er eine Auszeit anging, Zeit was eigenes zu machen. Wie das immer so ist, löst das in Spielgruppen eine Art Kettenreaktion aus. Die Leute, mit denen man viel gespielt hat, verlieren ebenfalls das Interesse am RP, die anderen können oder wollen sich nicht zusammenraufen und selbst Verantwortung übernehmen, finanzieller oder auch aufwandstechnische Verantwortung. Denn man braucht sich nichts vormachen: Eine RP Sim steht und fällt mit dem Engagement der Administratoren und selbst bei hohem Engagement gibt es keine Erfolgsgarantie.

Schon das Bauen von Envigado war das reine Vergnügen. Aber das ist der Bau einer Sim eigentlich immer. Der Moment, wenn die Sim als leere glatte Fläche vor mir liegt, ist einer der schönsten, die in SL zu haben sind. Über ein Narcos RP habe ich seit einem halben Jahr schon fantasiert und so lagen die Vorstellungen und Ideen schon fertig in meinem Kopf und mussten sich jetzt nur noch entfalten. Entsprechend schnell ging es, wobei wir an einer Homestead in letzter Zeit selten länger als eine Woche gebaut haben. Mit dem Zeitrahmen kam ich auch diesmal hin. Und es half mir dabei den Kummer zu überwinden, dass Beric vor lauter Helvegen vergessen hatte, dass Rollenspiel etwas ist, das Freude bereiten soll.

Dafür machen wir Rollenspiel, für’s eigene Vergnügen.

So kommt mir Gloria gerade richtig, denn zwei Jahre goreanisches Hallenhüten, sich hinter Kerlen verstecken und virtuelles Kochen als Selbstentfaltungsmaßnahme verlangen gerade zu nach einem solchen Char.

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