Suite No. 8 / Choral

Solange stand dicht am Kamin und genoss die Wärme der Flammen auf ihren bestrumpften Beinen. Männer ohne Vorlieben vermochten beides zu sein: tatsächlich unbeschriebene Blätter, aber auch die größten Nervensägen, die das Cherbourg zu bieten hatte, weil sie sich ihrer eigenen Lust noch nicht bewusst waren. Das Klopfen an der Tür stimmte sie in eine Art milde Gelassenheit. Sie mochte pünktliche Männer. Sie hielt Pünktlichkeit für ein Zeichen dafür, dass ein Mensch Herr über sich und seine Welt zu sein vermochte statt vom Chaos getrieben durch das Leben zu gleiten.

„Es ist offen.“ sie verstärkte bewusst den dunklen und leicht rauchigen Klang ihrer Stimme. Er trat ein. Und wirkte, als habe in diesem Leben noch nie eine Sorge sein Bewusstsein getrübt, jedenfalls keine Sorge, die größer war als die Frage danach, ob wohl sein hilfreicher Freund seinen Namen auf die Liste getragen hatte, wenn er morgens wieder eine Vorlesung verschlief. Diese Sorgenfreiheit ließ ihn aussehen wie 20. Das teure Tuch jedoch verlieh ihm einige Schwere, so dass sie ihn schließlich auf 25 schätzte.

„Sie sind Madame Solange?“ Sie nickte und bat ihn herein, bot ihm etwas zu trinken an und verringerte dann sofort die aus anfänglicher Verlegenheit geborene Distanz, indem sie sich zu ihm auf die Lehne des Sessels setzte und ihm einen Blick auf die Abschlüsse ihrer Strümpfe bot. Kaum hatte der Alkohol seine Zunge benetzt, verlor er seine anfängliche Scheu und Vorsicht. Seine Hand legte sich besitzergreifend auf ihr Bein.

„Mein Name ist Gerard Talleyrand. Ich bin hier….nun etwas herauszufinden. Es ist so, dass ich etwas entdeckt habe im Arbeitszimmer meines Vaters und ich wollte wissen, ob ich ähnlich empfinden kann.“

Solange ließ nicht erkennen, ob sie den Namen mit dem großen Bankhaus in Verbindung zu bringen vermochte. Zum einen war Diskretion der Unterpfand jeder Begegnung im Cherbourg. Zum anderen war der junge Mann so selbstbewusst, dass es keiner bewundernden Geste bedurfte und doch war das Gedächtnis von Solange in solchen Dingen ausgeprägter als man von einer oberflächlichen Dirne wie sie eine war vielleicht erwarten mochte.

Die anfängliche Verlegenheit zu ersetzen durch aufkeimende Lust, das war die wahre Kunst. Solange rutschte von der Lehne hinunter auf Gerards Schoß als wären sie nichts weiter als ein Mädchen auf einer Party, das verführt werden möchte, bevor sie herauszufinden versuchte, was genau der junge Mann zu erfahren suchte.

„Ich verstehe, Gerard. Wenn Sie nichts dagegen haben, erläutere ich ihnen kurz die beiden Richtungen, in die Ihre Erfahrungen gehen könnten, aber seien Sie sich gewiss, nichts ist in Stein gemeißelt und zwischen Schwarz und Weiß gibt es viele Grautöne. Die eine Möglichkeit ist die Folgende: Für heute gehörte ich ganz Ihnen. Das bedeutet, dass sie über mich verfügen können auch auf sehr ungewöhnliche Art und Weise. Die Kontrolle bleibt ganz bei Ihnen. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben: Sie sagen, Solange, knie dich dort hin wie eine Hündin und zieh deinen Rock hoch, damit ich deinen Arsch sehen kann. Und ich werde es tun. Sie befehlen, ich gehorche. Sie können Dinge mit mir anstellen, die Sie bisher nie zu tun wagten aus Respekt oder aus Höflichkeit vor den Frauen.“

Ihre Hand streichelte nun über sein Bein und ihr Blick lag von der Seite her kommend auf seinem Gesicht. Es waren die kleinen Reaktionen eines Mannes, die ihrer Intuition den Weg wiesen. Gerard bekam einen harten Schwanz und für den Moment nickte er hektischer mit dem Kopf, als es für eine durch und durch gelassene Grundhaltung noch passend gewesen wäre. „Das ist….interessant. Und was wäre die andere Möglichkeit?“

Solange senkte sie Stimme noch ein wenig ab. Die meisten Männer fühlten sich stärker bei dem Gedanken eine Frau zu kontrollieren, solcherlei Fantasien standen nicht mit ihrem Selbstwertgefühl in einem Konflikt, im Gegenteil. Aber der umgekehrte Fall war heikel und man mussste die Hürde der Überwindung niedrig halten. Eine Hand streichelte seinen Nacken, die andere seinen Schwanz, der sich in der Hose nun deutlich abzeichnete.

„Nun im anderen Fall geben Sie die Kontrolle an mich ab und können sich ganz fallen lassen. Sie werden das Spielzeug für meine Lüsternheit. Vielleicht binde ich Sie fest und zeige Ihnen, wie sich eine Frau an Ihnen befriedigen kann, Gerard. Erregt Sie der Gedanke, dass sie mich mit dem Mund befriedigen müssen, bis ihr Schwanz so hart ist, dass er eigentlich zerspringen möchte, bis in Ihnen nur noch der Gedanke existiert mich endlich ficken zu wollen, aber Sie können es nicht tun, solange ich es Ihnen nicht als Gnade gewähre?“

Er schob die Hand unter ihren Rock. Über den Rand ihrer Strümpfe hinaus und traf dort auf ihre nackte und doch bereits erhitzte Haut. „Und wenn ich beides probieren will? Haben wir dafür genug Zeit?“

Solange verschloss nun seinen Mund mit ihren Lippen und küsste ihn, bevor sie antwortete.

„Im Cherbourg muss niemand an die Zeit denken, Gerard. Ich wandere mit ihnen durch alle Erfahrungen, die Sie haben möchten. Womit möchten Sie beginnen?“

Ihn zu küssen bereitete ihr kein Unbehagen. Manche Männer küsste sie gern, anderen küsste sie nicht gern, ließ es sich aber niemals anmerken, sondern zog dann ihren Genuss aus dem Umstand, dass ihre Küsse viel Geld kosteten. Gerard zu küssen war angenehm. Er roch gut und hatte eine Art, die sie reizte.

„Knie dich hin und blas mir den Schwanz, Solange!“

Er hatte alle Entschlossenheit in seine Worte gelegt, die er aufzubringen im Stande war und schon diese Hürde überwunden zu haben, ließ ihn im Sessel größer wirken. Solange erhob sich von seinem Schoß und schob dann langsam den engen Rock nach oben über ihre Hüften, gewährte ihm einen Blick auf ihre glatte Scham und kniete sich dann zwischen seine Beine um sofort seinen Willen zu erfüllen. Sie öffnete ihm die Hosen und schon bei der ersten Berührung ihrer Finger mit seiner ganzen Härte, war ihr klar, dass dies nur eine kurze und doch intensive Eröffnung sein würde, die ihnen beiden die Möglichkeit gab, sich danach ausführlicher miteinander zu befassen.

Die Spannung war groß. Es würde nicht lange dauern bis er sich in ihren schönen willigen Mund entlud und dann würde das Spiel erst beginnen.

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  1. […] Erlebnis zwischen Gerard  und Solange sollte nicht ohne Folgen bleiben. Es vergingen jedoch mehrere Wochen bis er die käufliche […]



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