Eyes turning white

Der Wind führt einen biegsamen weißen Ast mit roten Blättern an meinem Auge vorbei und der Schrei des Falken ist bis zu mir zu hören. Obwohl er weit fort ist, ich höre es an der Art wie sich der Schall in Bäumen und Büschen verfängt und nur noch in Bruchstücken zu meinem weit oben gewählten Ruheplatz dringt, obwohl er weit fort ist, stelle ich meine Federn auf und öffne den Schnabel als könne ich so alle Angreifer verjagen. Sitzen bleiben. Nicht rühren. Keinen Laut. Ich drehe den Kopf und beobachte. Sitzen bleiben. Nicht rühren. Keinen Laut.

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Eleah schlug die Augen auf als Lasses Hand ihren Arm berührte. Für einen Moment der Orientierungslosigkeit blinzelte sie und fand sich dann am Boden liegend wieder. Lasse hockte neben ihr und aus seinem Blick waren zwei Dinge zu lesen, Sorge und eine Art zurückhaltendes Staunen. Der Jäger aus der Fremde, dessen Falke sich nun beruhigt zu haben schien, stand etwas weiter entfernt und starrte zu ihnen rüber.

„Hat die Lady das öfter?“ Seine Frage veranlasste Eleah sich langsam aufzurichten. Der Waldboden war feucht, aber weich, so dass sie sich bei ihrem Fall nicht weh getan hatte. Nur ein paar Blätter klebten an ihrer Reittunika. Lasse half ihr auf und schüttelte den Kopf:  „Vielleicht verträgt sie das Klima nicht.“

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„Was denn für ein Klima? So viel anders kann es ja im Wolfswald nicht sein.“ Immer noch sah der Jäger zu ihnen rüber und hinter ihm, in der Ferne sah Eleah noch eine Gestalt auftauchen. Rasch befreite sie ihre Tunika von den Blättern, die an ihr klebten und erklärte rasch: „Ich bin wohlauf. Sicher nicht das Klima, aber eine Ohnmacht bei einer Frau kann auch ein anderes Zeichen sein.“  Obschon ihre Wangen gerötet waren von der Peinlichkeit offenbar einfach zu Boden gegangen zu sein wie ein gefällter Baum, zierten ihre Lippen nun ein freudiges Lächeln. Die Hoffnung in freudiger Erwartung zu sein, machte sich in ihr breit wie eine kleine, von innen wärmende Flamme der Freude.

Dann fiel ihr Blick auf den Falken und sie erinnerte sich, was das alles ausgelöst hatte. Nachdenklich sah sie zu Lasse und beschwor ihn leise: „Ich möchte, dass das unter uns bleibt, Lasse. Ryan macht sich sonst nur Sorgen oder Hoffnungen, je nachdem.“ Der schmächtige Junge nickte ihr zu und führte ihr Pferd am Zügel wieder näher heran. Mittlerweile war die Gestalt, die sich näherte, herangekommen und Ser Robin grüßte in die Runde. Ob und wieviel er mitbekommen hatte aus der Ferne, vermoche Eleah nicht zu sagen, aber wenn, dann wusste er es gut zu verbergen.

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Gemeinsam traten sie den Weg zurück Richtung Dorf an. Natürlich erst, nachdem auch noch Ser Robin, nachdem Lasse es zuvor schon getan hatte, Eleah darauf hingewiesen hatte, dass sie nicht ohne Wachen im Wald sein sollte. Immer noch war von Überfällen die Rede, vor allem nach der Attacke auf ihren Gemahl.

Am Stall verabschhiedete sich Eleah und machte sich nachdenklich auf den Rückweg in die Burg.

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