Das Büchlein mit dem bestickten Einband (3)

Lady Ariana Tallhart ist mir zuvorgekommen. Am nächsten Tag besuchte sie uns auf der Burg und brachte sogar ein kleines Präsent mit. Nicht irgendetwas, nein Blumensamen – hatte sie doch bemerkt, dass mir die bunten Blüten, die dicht an ihrem Haus entlang wachsen, so gut gefallen hatten. Ob sie im Wolfswald gedeihen werden, weiß ich noch nicht. Aber ich werde versuchen ein sonniges Plätzchen für sie zu finden. Sie äußerte ihr Bedauern darüber mir mit ihrer Frage zu nah getreten zu sein und ich bedauerte es, so hastig aufgebrochen zu sein. So kam alles wieder ins Gleichgewicht und man verabschiedete sich freundlich. Nun steht mein Gegenbesuch aus um ihr die Geschichten es Nordens zu erzählen.

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Das Vertrauen, das Ryan in Mori setzte, als er ihr einige Münzen gab, wurde nicht enttäuscht. Sie kam, wie verabredet, gleich am nächsten Tag um mit ihrer Arbeit zu beginnen. Ich trug ihr einige Aufgaben an, die sie auch gewissenhaft erledigte. Und noch immer ist bei mir angestellt, obwohl wir mittlerweile ihren Bruder gefunden haben. Was für ein bewegendes Wiedersehen nach so vielen Jahren des Getrenntseins gegen ihren Willen. Ginnar hatte keine Einwände gegen ihre Anstellung als meine Zofe, so dass sie wohl bleiben wird. Bisher kamen von keiner Seite Beschwerden, so dass ich davon ausgehen kann, dass sie sich gut einfügt und sich zu benehmen weiß – auch wenn sie bisher kein leichtes Leben hatte. Nicht herauszubekommen aus Ginnar war indessen der Name des Mannes, der Mori verschleppte, als sie fast noch ein Kind gewesen sein muss. Er vertraut niemandem und bei den alten Göttern, ich kann es ihm nicht einmal verdenken. Meine Sorge ist, dass er sich unüberlegter Rache hingibt und dabei zu Tode kommt, so dass Mori wieder allein dasteht.

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Meine Träume sind nun wieder verschwunden. Und weil auch die Blutungen fort sind, sollte ich noch einmal zu Lady Freya. Ich bedauere es fast ein wenig, dass ich nun nicht weiß, was aus der Wölfin und den Kleinen wird. Ich erstappe mich dabei, wie ich im Wald spazierengehen und versuche den Ort zu finden, den ich in meinen Träumen sah. Der Ort, an dem sie ihren Bau haben.

Heute habe ich ein neues Kleid getragen. Eines mit einem Halsschmuck und einem Ausschnitt, der etwas von meinen Brüsten freilässt. Zuerst fühlte ich mich ein wenig fremd darin, aber als Ryans Blick auf meinen Brüsten spürte, war das Gefühl schnell vorüber. Obwohl er dabei war, einen jungen Falken abzutragen, zog er mich an der Hand hinter die Schenke und küsste mich. Und obwohl ich ihn hätte beschwören müssen, dass wir uns auf unser Zimmer zurückziehen, weil ich schließlich seine Gemahlin und keine Dirne bin, mit der man es hinter einer Schenke treibt, habe ich seine Hände gewähren lassen, die meinen Rock emporschoben, meine Schenkel und meine Scham entblößten. Ich habe sogar meine Brüste vom Stoff befreit, als er mich emporhob und gegen die Bretterwand drückte. Er hat mich nie zuvor auf diese Art und Weise genommen, so rasch und so rücksichtslos, fast so als wären wir beide Tiere. Der Schmerz war nicht unangenehm. Ich schrie in Ryans Kuss hinein und der Schmerz vermischte sich mit einem Gefühl von Raserei, das es nicht lange dauern ließ, bis ich sein hartes Geschlecht in meinem Inneren massierte, weil sich alles in mir zusammenzog und sogar die Stimmen vergaß, die aus der Schenke durch die Ritzen der Wand zu uns drangen. Ich verstehe nun, was der Anblick meiner Brüste bei ihm anrichten kann und ich frage mich, warum ich solcherlei Dinge nicht früher schon eingesetzt habe. Wie kann man einen Mann besser an sich binden als mit solcher Leidenschaft? Es kann ja nicht unsittlich sein, es so zu treiben, weil er doch mein Gemahl ist. Außerdem wir es ihn von Mägden, Dirnen und Zofen fernhalten, so dass mir hoffentlich die Schande erspart bleibt, dass er irgendwo einen Bastard zeugt.

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Die Magd der Tallharts wurde von Wachen abgeführt, weil sie nackt auf dem Marktplatz aufgegriffen wurde. Dannya Cassell erzählte mir davon, als ich sie am Dorfeingang traf. Als wäre das Nacktsein nicht schon schlimm genug, erzählte sie auch noch herum, dass Lord Tallhart mit ihr gegen Münzen Unzucht getrieben hatte. Wie schlimm muss das sein für Lady Ariana – völlig unabhängig davon, ob die Behauptung der Frau nun den Tatsachen entspricht oder nicht. Ryan meinte, er könne sich kaum vorstellen, dass ein Lord für derartige Gefälligkeiten zahlen müsse, weil sich jede Magd doch insgeheim wünschen würde ihren Status durch einen solche Beziehung zu verbessern. Ich werde wachsam sein und dafür sorgen, dass er mit Mori nicht allein sein wird. Bei Gelegenheit werde ich Mori einer kleinen Befragung unterziehen um herauszfinden, ob sie derartiges in Erwägung zieht.

Während ich dies hier schreibe, sitzt Ryan oben in der Halle mit Lord Mormont zusammen bei einem Becher Wein. Ich habe mich frühzeitig ins Bett verabredet, weil ich dem Gespräch nur schwer folgen konnte. Der Falke schlug immer wieder mit den Flügeln und ich spürte seine Angst und seinen Drang aus diesem Gemäuer hinaus und in den weiten Himmel empor zu fliegen. Lady Dyrka weilt bei ihnen, vermutlich auf der Suche nach Neuigkeiten, sie sie zweifelsohne bei nächsten Gelegenheit an mich und vermutlich an alle auf der Bäreninsel verweilenden Frauen weitertragen wird. Neben schönen Gewändern und außergewöhnlichen Schmuckstücken ist ihre Leidenschaft nämlich auch das Tratschen. Erneut ging es bei dem Gespräch um die Eisenmänner und Alester Glover, der vermutlich längst sein Glück in der Ferne sucht. Ich weiß, dass Ryan sich beim Auslöschen des Lagers der Eisenmänner gut geschlagen hat und bin stolz auf ihn. Im Nachhinein zumindest. In der besagten Nacht, in der er mich ohne ein Wort zurück ließ, weil Ser Robins Befehl zum Angriff so überraschend gekommen war, hätte ich ihn natürlich am liebsten mit einem fauligen Fisch erschlagen. Männer scheinen nicht zu begreifen, dass Frauen sich ihretwegen vor Sorge um den Schlaf bringen können.

Es wird nun Zeit zu schlafen. Es ist seltsam, ich meine immer noch das Gefühl von Enge zu spüren, dass eigentlich allein dem Vogel gehört, der oben auf Ryans Handschuh sitzt.

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One Response to “Das Büchlein mit dem bestickten Einband (3)”
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  1. […] Am Tag darauf sollte sie sich um die Wäsche kümmern ,gern wollte Mori ihre Aufgabe als Zofe ernst nehmen doch keiner sagte ihr wo die Waschküche war, sie suchte die Burg ab und traff aus Zufall auf den Herren der Insel Sir Mormont , es war Ihr so Peinlich das sie Ihr tun aufgab und nur noch sich wieder zur Küche verkriechen wollte ,doch das dort eine Überraschung auf sie wartete ahnte sie nicht .((Mehr hier zur wiedersehens Geschichte von Mori und Ginnar wie auch Merlind auf Neas Blog )) […]



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