Ein Fingerzeig Gottes

Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

1. Mose 8

***

Er schnitt die Eingeweide aus dem geöffneten Leib des Schweins und mit einem schmatzenden Geräusch fielen sie in den darunter stehenden Eimer, wo sie in der Kühle des Morgens vor sich hindampften. Noch lag Nebel über den Wiesen und über dem See und das Quieken des abgestochenen jungen Ebers hatte nicht alle in der Siedlung zu wecken vermocht. Das Schweinefleisch war eine willkommene Abwechslung für die Männer und aus den Innereien wollte Tyr sowohl Pasteten als auch Würste machen. Am Vortag hatte er viele Stunden mit der Herstellung von Mehl zugebracht – harte körperliche Arbeit, wenn man nichts als einen Mahlstein hatte. An die Konstruktion einer Mühle hatte sich noch niemand gewagt.

Tyr wischte sich die blutigen Hände mit Grasbüscheln sauber und war sorgsam darauf bedacht, seine neue Kutte nicht zu sehr zu beflecken. Jetzt, wo er wieder die Tracht des Herrn trug, fühlte er sich fast so gut wie früher in der warmen Behaglichkeit hinter Klostermauern. Wenn es Gottes Wille war ihn auf dieser Insel vor der Westküste Schottlands stranden zu lassen, so würde er Gottes Wille hier verrichten und sein Wort unter die Menschen tragen. Er fühlte sich lebendiger als früher und zuweilen dankte er dem Herrn dafür, dass er ihm diese Gelegenheit gab und ihn vor den Geschehnissen bewahrt hatte, zu denen er entsandt gewesen war. Unruhe hatte von ihm Besitz ergriffen, seitdem er von der neuen Aufgabe wusste, die man für ihn vorgesehen hatte. Und nun war alles anders gekommen.

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Tyr griff sich einen Leinensack und lenkte seine Schritte dem Waldrand entgegen. Bei allem gab er sich Mühe, maßvoll und planvoll zu handeln und nun hatte er dennoch etwas vergessen. Die Beeren. Man fand sie rund um die Siedlung an niedrigen Büschen, meist dort, wo zwar die alten Bäume dicht standen, aber auch noch etwas Licht bis auf den Boden drang, zumindest für wenige Momente am Tag. Trotzdem würde er sicher eine Stunde unterwegs sein. Noch war die Gelegenheit günstig. Der Weizen stand noch unreif auf dem Feld und das verschaffte ihm ein Zeitfenster. Hier wie in Melrose Abbey fand Tyr nichts Ungewöhnliches daran, dem Gedanken Ora Et Labora zu folgen. Nur zum Nachtgebet weckte ihn hier niemand.

Der Herr war in diesen frühen Morgenstunden mit dem Sammler. Nur die letzte Handvoll Beeren ließ auf sich warten, bisher waren es 13 Hände voll gewesen, eine Zahl, die Tyr so nicht stehen lassen konnten. Die 13 war eine gottlose Zahl. Hatte nicht der 13. Jünger Jesus Christus verraten? Deshalb suchte er weiter, auch wenn die Sonne sich bereits so hoch über den Horizont erhoben hatte, dass sie an manchen Stellen ihre goldenen Strahlen durch das dichte Blätterdach fallen ließ und so wie mit Fingern manche Stellen des moosigen Grundes beleuchtete. Diesen möglicherweise gesandten Hinweisen konnte er nicht widerstehen und tatsächlich wurde er im goldenen Lichte belohnt und trug nicht nur 15 Hände voll Beeren heim zur Lichtung, sondern auch 12 groß gewachsene und makellose Steinpilze.

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Tiefe Dankbarkeit erfüllte ihn, aber auch ein schlechtes Gewissen. Der Abt von Melrose Abbey war ihm stets ein guter Vater gewesen. Es war nicht rechtens gewesen, dass er seine Entsendung in Frage stellte, die ihn erst nach Saddell Abbey auf Kintyre und dann weiter nach Claregalway Friary führen sollte. Tyr war nicht auf den Kopf gefallen. Schon in dem kleinen Waisenjungen, der er einst war, erkannten die Mönche einen wachen Verstand. Gerade deshalb hatte der Vater ihn für würdig gehalten Informationen in besagten Klöstern zu beschaffen, die über ihre Haltung Rom gegenüber Zeugnis geben sollten. Es braute sich etwas zusammen, das nicht gern gesehen wurde. Und Tyr sollte sich in die Höhlen der Löwen wagen und überdies Glaubensbrüder an Glaubensbrüder verraten. Nein, diese alles hatte ihm ganz und gar nicht behagt. Aber wer war er, den Willen des Abtes in Frage zu stellen? Er seufzte und sprach zwei Gebete. Eines zum Dank und eines als Bitte um Verzeihung darüber, dass er erleichtert war um seine Aufgabe herumgekommen zu sein.

 

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Wie angekündigt, heute Teil 1 des Guides für Life is Feudal. Wir haben unser Eiland nun sowohl geographisch als auch zeitlich eingeordnet, und zwar ins ausgehende Hochmittelalter nach Schottland. Wir befinden uns im Zeitabschnitt kurz vor den schottischen Unabhängigkeitskriegen, die ja viele filmisch umgesetzt als Braveheart kennen.

Schritt 1: Das Überleben sichern

Man landet mit nichts als ein paar gammligen Unterhosen bekleidet am Strand. Im Inventar (aufrufbar mit I) findet man einige trockene Kekse und ein paar Lumpen, die man als Kleidung tragen kann.

Die ersten Nahrung findet man entweder am Boden (search for something edible, man findet so essbare Wurzeln) oder an Apfelbäumen, die ziemlich großzügig verteilt sind. Verhungern tut man eigentlich nur, wenn man das Essen ganz vergisst. Dazu gilt es den kleineren Anzeigebalken für Hunger im Auge zu behalten, wenn man satt ist, zeigt er 99% an. Es kommt kein Warnhinweis vor dem Verhungern, bei mir jedenfalls nicht.

Es macht Sinn den Baum vorher zu inspizieren, zum einen bringt es einem Skillpunkte, zum anderen wird man von Äpfel mit höherer Qualität schneller satt. Qualität ist überhaupt ein wichtiges Stichwort.

Für die ersten primitiven Werkzeuge braucht man zunächst mal einen Ast oder mehrere. Durch Rechtsklick auf den Ast im Inventar öffnet sich das Crafting Menü und man kann auswählen. Außer Ästen sind folgende Zutaten oft gefragt: Wilde Pflanzenfasern (durch Klick auf den Boden, vor allem da, wo niedriges Gestrüpp zu sehen ist, hat man meist Erfolg), Flintstone und Stein (findet man am Berg, den Berg findet man über die Karte, aufrufbar mit M wie Map). Beides durch Bodenklick. Das Menü ist dann ziemlich selbsterklärend, wie ich finde.

Auch bei den Ästen lohnt sich das Achten auf die Baumqualität. Gute Werkzeuge halten länger und man muss nicht so schnell wieder lästig nach Pflanzenfasern suchen.

Das erste Feuer kann man an fast allen Stellen durch Rechtsklick auf den Boden (Create a Campfire) machen. Man braucht dafür einige Äste und ein paar Billets. Softwood geht, Hardwood brennt länger. Auf dem Feuer kann man dann auch kochen. Sofern man einen primitiven Kochtopf ausgerüstet hat, der mit oben genannten Zutaten aber gut herzustellen ist. Das einfachste Gericht ist zum Beispiel Kompott (Äpfel und Beeren in Kombination).

Hat man sich mit Nahrung und einigen Werkzeugen ausgerüstet, sollte man auf die Suche nach einer Siedlung gehen. Man kann zwar ewig allein im Wald hausen und essen, was die Natur einem bietet (Äpfel, Beeren, Wurzeln), aber das ist vermutlich auf Dauer wenig interessant und unbefriedigend. Jagd ist mit den ersten Werkzeugen noch ziemlich schwierig. Theoretisch kann man zwar alles Skills hochtreiben, aber das ist mühsam und langwierig. Selbst ich sehe ein, dass Teamplay sinnvoller ist in Life is Feudal. Zumal es Aufgabengebiete gibt, die einem Spaß machen und andere, die man wirklich nicht mag. Da ist es gut, sich zu ergänzen. Gibt es noch keine Siedlung oder will man eine eigenen aufbauen, ist jetzt der Moment dafür gekommen.

Das erste Dach über dem Kopf sollte man dort platzieren, wo es alle jetzt und in Zukunft wichtigen Ressourcen in der Nähe gibt: Steine, Sand, Holz, Wasser, Clay. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass die meisten Siedlungen rund um den See auf Lichtungen entstehen. Wasser holen kann lästig werden, solange man noch keinen Brunnen gebaut hat. Minen dürfen ruhig etwas weiter entfernt sein, die Erdhaufen und die Tunnel sind nicht unbedingt dekorativ, die will man nicht gerade mitten in der Siedlung haben.

Nun zur ersten Hütte, durch Rechtsklick auf den Boden bekommt man im Menü eine kleine Hütte und noch ein paar andere Sachen unter „Construction Material Preparation“ angezeigt. Wenn man die Hütte anlegt (es kann sein, dass man sie nicht anlegen kann, sondern erst die Bodenfelder einebenen muss, deshalb sucht man sich am besten gleich eine Stelle, wo der Boden schon eben ist), sieht man auf den Boden den Grundriss. Den klickt man an und findet ein Menü, das einem zeigt, was nun zu beschaffen ist. Vor allem Holz. Um das in die passenden Teile zu sägen, braucht man eine primitive Säge, die sich wie üblich herstellen lässt. Und dann geht das Gerenne nach Material los. Das Material zieht man in das Baumenü unten, bestätigt unten rechts und dann steht nach einigen Schlägen die erste primitive Behausung. Man kann sogar reingehen. ^^

Um Boden zu ebenen braucht man eine primitive Schaufel. Herzustellen wie üblich. Dann geht man mit Rechtsklick auf den Boden aufs Terraform Menü und wählt Flatten Ground aus. Wenn man Höhen ausgleichen muss, geht das über Raise Groundlevel oder Lower Groundlevel. Das ist eine ziemlich mühsame Tätigkeit und man braucht eine Weile, bis man es kapiert hat.

 

Im nächsten Teil geht es dann weiter mit den Berufen, die sich aus den Skillzweigen ergeben, bzw. sich mit diesen verbinden lassen.

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