Geliebt sei der Schmerz.*

Amira spürte den ersten Schlag in ungekannter Härte. Das Leder von Catos Gürtel brannte sich in ihr Fleisch, brannte sich tiefer, schien ihr Fleisch an den Kanten aufreißen zu wollen und das war Schlimmste, nicht das dumpfe Aufprallen, sondern das Brennen. Er gab ihr keine Zeit den Schmerz zu verarbeiten, nein, das war keine kleine Lektion. Es war eine Strafe. Einen Tag lang hatter sie unbekleidet im Haus ausharren lassen in Erwartung dessen, was sie nun spürte.

Snapshot_014

Er hasste es zu strafen. Aber sie spürte seine Wut über ihre Lüge, über die peinliche Lage, in die sie ihn gebracht hatte, sie spürte es in diesem Schlag. Und in dem nächsten. Und in den folgenden auch. Er hasste es zu strafen, aber es war seine Pflicht das Verhalten seiner Gefährtin zu korrigieren, wenn es ratsam war. Und das war es. Amira krallte die Finger in die Kanten des ledernen Hockers, auf dem ihre Hände auflagen. Die Arme gestreckt, auf Knien, den Hintern erhoben. Sie konnte ihn nicht sehen und trotzdem spürte sie die Wut. Sie konnte sie riechen, schmecken und nun auch fühlen.

Snapshot_013

Schon nach dem ersten Schlag konnte sie die Tränen nicht mehr halten und nach dem dritten Schlag begann sie zu betteln, dass er aufhört. Aber er hörte nicht auf. Er streichelte sie auch nicht. Er arbeitete das ab, was wer sich vorgenommen hatte und für angemessen hielt und nichts würde ihn jetzt  davon abhalten.

Zwei Dinge waren geschehen. In dem gesamten Durcheinander mit dem kleinen Jake hatte Amira Baratheus die Tür geöffnet und dabei vergessen ihren Schleier anzulegen. Das war die kleinere Sache. Die Größere war, dass sie Nami einen Hautausschlag angedichtet hatte, damit Cato das Mädchen nicht anrührte. Daraufhin hatte Cato Baratheus bezichtigt, ihm eine kranke Sklavin andrehen zu wollen… Amira hatte händeringend zugehört, wie Cato sich in seine Abneigung gegen den jungen Geldverleiher hineinsteigerte und hatte dann keine andere Möglichkeit gesehen als ihre Lüge zu offenbaren. Baratheus hatte das erheitert. Aber Cato fühlte sich lächerlich gemacht. Er stand nun da, als habe er sein Haus nicht unter Kontrolle.

Snapshot_003

Amira zitterte. Ihr Hintern fühlte sich an wie ein Haufen brennendes Fleisch, das im Begriff war zu doppelter Größe anzuschwellen. Offenbar war es vorbei und überstanden. Sie hörte wie Cato den Gürtel weglegte und spürte dann seine Hand auf ihren Striemen.

„Bring mich nie wieder dazu, so etwas tun zu müssen, Amira. Wir werden eine Heilsalbe brauchen, fürchte ich.“ Immer noch klang seine Stimme angespannt, die Wut war verraucht, aber es war noch nicht ganz vorbei. Amira ließ den Kopf auf den Hocker sinken, ob es das Brennen war oder die Erleichterung, dass er sie wieder berühren mochte vermochte sie nicht zu sagen. Es war ein Gefühl, dass sie nie hatte ablegen können, obwohl der Kragen um ihren Hals seit Jahren verschwunden war und das Brandzeichen auf ihrem Schenkel eine kaum noch sichtbare, blasse Erinnerung an ein anderes Leben. Es erregte sie nicht, wenn sie gestraft wurde. Aber der Moment der Reinigung vom Schlechten erregte sie. Der Moment, in dem die dunklen Wolken sich auflösten und da wieder Zuneigung zu spüren war. Der Moment, in dem sie sich so offen, so verwundbar und so in seiner Hand fühlte.

Snapshot_018

Seine Finger glitten durch ihre Spalte, entdeckten die Feuchte auf ihren Lippen. „Amira….!“ flüsterte er verwundert angesichts ihrer spürbaren erregten Bereitschaft. Ihre Antwort war nicht mehr als ein Stöhnen. Dann nahm er sie sich. Nichts stand mehr zwischen ihnen, das nach Wut schmeckte, nach Trauer oder nach Verbitterung.

Snapshot_020

*Josemaría Escrivá

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: