Aus den Aufzeichnungen der Lady Amira

Das waren ereignisreiche Tage. Heute früh sehe ich wieder klarer, während der Sturz ins Wasser gestern offenbar ein wenig zuviel gewesen ist und ich mich mit Marthy nackt und von widerlichen Viechern befallen in unserem Haus wiederfand. Irgendwann kam auch Lady Rieeda hinzu um nach mir zu sehen.

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Aber der Reihe nach, jetzt, wo ich wieder eine Reihe erkennen kann.

Kurzfristig war es uns gelungen die finanzielle Sackgasse den kleinen Engpass mit einer Reise zum großen Markt in Enkara zu überbrücken, wo wir einem Salzhändler in Sachen Handelsvertrag hilfreich waren. Natürlich gegen angemessene Bezahlung und Übernahme der Reisekosten.*

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Bei Rückkehr sprachen wir beim Richter Apollon vor und erhielten zum einen die Information, dass keine Genehmigung für die Advokatentätigkeit vonnöten ist und zum anderen die freudige Nachricht, dass uns die Verantwortung für die Archive zugebilligt wurde und damit ein regelmäßiges Einkommen, das uns von den gravierendsten Nöten befreite. Beim Schildermacher sprach ich gleich vor und auch beim Schmied und seinem Weib.

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Apropos Schmied: Der will vorbeikommen und sich die Tuchpresse ansehen und unterhält wohl eine kleine Fehde mit dem Kind der Wildnis, das halbnackt bei Aphra mit im Haus lebt. Irgendwie sind Schmied und Schmiedefrau der Ansicht, der hübsche Kerl würde des Nachts in ihr Haus einsteigen wollen um den kleinen Jake zu fressen, weil er aus den Wäldern bei Schendi kommt. Es wäre sehr schade um den pausbackigen Säugling, aber ich glaube nicht, dass von dem Kerl irgendwie Gefahr ausgeht. Allerhöchstens für die Sittsamkeit der Frauenwelt Kasras. Das war auch gleich der nächste Kritikpunkt: Aphras Zusammenleben mit dem nicht-vergefährteten Wilden, der als freier Mann gilt, aber nur mit einem winzigen Tüchlein über dem Gemächt herumläuft. Um seine Empörung über diesen Umstand zu demonstrieren, zog der Schmied jedenfalls blank, am hellichten Tage, mitten auf der Hauptstraße.

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Gleiches Recht für alle, hat er laut skandiert. Was Blödsinn ist, weil natürlich nicht für alle das gleiche Recht gilt. Sonst müsste seine Gefährtin wegen aus dem Kleid quellender Milchbrüste längst vor dem Richter stehen. Leider konnte ich mir seine nackte Ausstattung nicht sehr lange ansehen, weil Cato mich sofort Richtung Stadttor gedreht hat.

Seitdem bin ich jedenfalls in Sorge um den Bauplan, den ich ihm gelassen habe. Wenn einer sich mitten auf der Straße auszieht, verheizt er vielleicht auch kostbare Baupläne oder nutzt sie als Einwickelpapier für fettige Brote. Außerdem hat der Richter während unsere Gespräches beunruhigende Dinge angedeutet über die beiden.

Aber zurück zum Wesentlichen. Der Richter hat uns gebeten im Auftrag der blauen Kaste von Kasra nach Kurtzal zu reisen, weil es da offenbar einen Rechtsstreit gibt, der in Kasra verhandelt werden soll. Der Bitte kamen wir auch umgehend nach, baten Sia auf Theobalds Villa aufzupassen und versahen sie mit einem Schreiben, das zum Einsatz kommen sollte, wenn wir nach drei Tagen nicht wieder zurück waren. Gut gerüstet und mit einem geliehenen Boot machten wir uns auf den Weg den unteren Fayeen hinauf.

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Nachdem wir einige Mal in kartographisch nicht verzeichneten Seitenarmen stecken geblieben waren, erreichen wir schließlich die Anlegestelle der Siedlung, die vor allem wohl ein Umschlagplatz für Waren ist. Noch guter Stimmung und mit einigen Zeichnungen von uns unbekannten Pflanzen im Gepäck, erreichten wir auch die Schänke „Zum letzten Tropfen“, von der der Richter erzählt hatte. Nur leider trafen wir niemanden an. Nicht dort und nicht in einem anderen Haus. Ich nahm also einen Bogen eher preiswerten Pergamentes heraus und wir ließen am blaubeflaggten Haus eine kleine Nachricht in der Hoffnung, dass man sie dort finden würde, sobald die Bewohner zurück waren von den Feldern oder woher auch immer.

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Man kann nur hoffen, sie wurden nicht von einer Seuche dahin gerafft. Wir bestiegen also wieder unser Boot und nahmen Kurs zurück auf Kasra.

Leider nicht ganz ohne Zwischenfall. Ich landete nämlich im Fayeen. Genau, im FLUSS. Und dass sich so ein bißchen Ausrüstung und Reisekleidung so schwer anfühlen kann, hätte ich nicht gedacht. Viel schlimmer aber ist der Umstand, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, wie ich eigentlich vom Hafen bis nach Hause gelangt bin. Eins ist aber sicher, mir fehlt nichts abgesehen von einem vom Flusswasser ruinierten Chronometer. Diese Blutsauger waren allemal das kleinere Übel. Nur wenige Pasang flussaufwärts und ich wäre womöglich von Flusshaien angegriffen worden, die vor allem in der Nähe von Kasras Hafen häufig anzutreffen sind.

Ich frage mich allerdings, wo Cato steckt. Eigentlich wollte er nur dem Fischer das Boot zurückbringen.

*******

*OOC-Anmerkung: Wie der geneigte Leser unschwer erkennen kann, passt diese plötzliche Reise zum Markt in Enkara kein Stück in die IC Handlung, daher der Dreh mit dem reichen Salzhändler, den wir begleiteten. Wir wurden so nett von Hani und Lane eingeladen, dass wir die OOC Gründe diesmal über die nicht vorhandenen IC Gründe gestellt haben. Es war voll auf dem Markt, so voll, dass das Fotografieren mit den vielen Avatar-Wolken und halb gerezzten Outfits nicht wirklich gute Ergebnisse gebracht hat, dabei ist doch die Stadt gerade frisch umgebaut. Also wer es sich mal anschauen möchte, sollte hingehen. Der Umbau hat sich gelohnt.

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