Vorstellungen entwickeln auf ungewohntem Terrain

Bautage. Manche von ihnen fließen in miteinander verbundener Produktivität dahin, andere sind mühsam errungende Teilsiege und manche auch Niederlagen. Dann geht auch mal nichts voran. So ist das immer, wenn man in neue Gebiete vordringt. Langsam bekommen wir auch mit den Kampftagen sowas wie Routine, das kennen wir vor allem vom Bau von Cloverdale, der Wintersim.

Bilder im Kopf haben wir reichlich, aber nicht alle davon lassen sich mit den vorhandenen Baufähigkeiten so umsetzen, dass sie annäherend so gut aussehen, wie wir uns das wünschen. Ab und zu sitzen wir nur da und wälzen und leidvoll in einer nicht gefundenen Lösung für ein optisches Problem. Am liebsten vor dem heimischen Kamin. Und ab und zu machen wir kreative Pause und beglücken uns mit anderweitigen Fantasien um dann hoffentlich entspannt und neu motiviert auf die kasratische Bauplatte zurückzukehren.

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Alles in allem sind wir aber zuversichtlich, den Zeitplan so erfüllen zu können. Außerdem haben wir für Del-ka Aedilis nun wieder einen Shop, was wir lange verschludert und aufgeschoben hatten, weil doch so ein des öfteren streikender Rezzer schon nervig sein kann und…weil wir auch nicht mehr so häufig anwesend waren, dass man noch von Kundenservice hätte sprechen können.

Kasra. Meine lebendige Leitvorstellung – sowas brauche ich immer, wenn ich etwas baue – für diese Stadt klingt so:

Die Stadt ist nicht riesig, aber riesig ist das Selbstbewusstsein, dass eng mit dem roten Salz der Tahari verknüpft ist und das für den Wohlstand sorgt, der sich an vielen Stellen zeigt. Nicht an allen natürlich. Aber die Palastanlage und die Gärten suchen ihresgleichen in Gor und beeindrucken vor allem die Reisenden aus der kargen Tahari, aber auch die Reisenden aus Zentralgor, deren Liebe eher den zurückhaltenden Formen und Farben gilt.

Beim Durchtreten durch das Stadttor öffnet sich eine lebendige Welt, manchmal stinkend nach Unrat, manchmal duftend nach Gewürzen und Seifen, denn zur rechten erreicht man zuerst den Marktplatz, auf dem Waren aus Zentralgor und der Tahari sich mischen. Seide, Brokat, exotische Pülverchen und geheimnisvolle Zutaten. Edle Tonwaren, Fisch, Felle und aus Silber und Gold geschmiedetes Zierwerk für die Damen. Die Menschen, die diese Straßen füllen, verkörpern die Begegnung der Wüste mit dem übrigen Gor. Neben den zentralgoreanischen Kastenfarben fallen Turbane und Scimitare auf, stark verschleierte Frauen und auch solche unter ihnen, die es nicht so genau nehmen, in Kasra vermischen sich die Kulturen und arm und reich leben auf engem Raum zusammen mit allen Spannungen, die sich daraus ergeben können. Von irgendwoher dringt immer Musik an das Ohr des Reisenden. Vielleicht aus dem Inneren des Feuerkrugs oder vom Marktplatz oder von irgendeiner Straßenecke. Die Klänge mischen sich mit den Rufen der Händler, die ihre Waren als die Besten in ganz Gor anpreisen.

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Die Stadt ist aus Stein und Lehm gebaut, aber sie liebt ihre Gärten, den Duft von Blüten und viel Farbe. Von der Haupstraße abgesehen, die bis zur großen Palastanlage führt, sind die Straßen vielmehr enge, kleine Gassen, in denen sich die Mittagshitze staut und in deren dunklen Winkel so mancher Streit in der Hitze des Gefechts ein blutiges Ende nehmen kann. Kasra ist eine Stadt, die viele Augen hat. Fenster an unerwarteten Stellen. Durchgänge, die dem Ortskundigen eine rasche Flucht und gute Verstecke bieten.

Die Häuser wirken nicht geradlinig und kühl durchdacht, sondern weisen Anbauten und Aufbauten auf, die von der Enge der Stadt künden und von der wachsenden Bevölkerung, für die Platz geschaffen werden musste. Man kann nicht umhin bei den waghalsigen Konstruktionen die Statikkünste der gelben Kaste zu bewundern oder zu beten, dass es hält. Auch beim Blick von oben auf die Stadt spiegelt sich das bunte Wirrwarr von Baustilen: Kuppeln, Flachdächer, Ziegel und Aufbauten, Dachterrassen und Nischen. Von Haus zu Haus, besonders in den engen Gassen, gespannten Leinen, auf denen die Wäsche trocknet oder ein Teppich gelüftet wird.

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