Auf Abwegen

Es geschah beides gleichzeitig. Der Stoff zerriss über ihren Brüsten, seine Zunge in ihrem Mund, so tief und fordernd, dass sie wie ein hilfloses Vogelkind einfach den Kiefer auseinandersperrte und ihn einließ. Seine Hände zerrten an ihren nun nackten Brüsten, schoben den verbleibenden Stoff ungeduldig zur Seite und eroberten dann grob jedes Stück Haut, das ihre weißen Kugeln zu bieten hatten. So wie er aß, so rasch und voller Inbrust, so nahm er sie nun auch. Schon spürte sie die Kante seines Bettes an ihren Waden anstoßen und ließ sich nach hinten fallen. Sie wollte es. Sie wollte es mindestens so sehr wie er. Sie tastete nach ihrem Rock und zog ihn nach oben, während er über ihr kniete und sich die Tunika auszog, alles fiel sorglos zu Boden, während sie ihre festen weißen Schenkel entblößte und ihm einen Blick auf ihre Spalte gewährte.

Sie wollte ihn so sehr.

Er schob sich über sie und sie spürte seinen Schwanz schon hart an ihrem Bauch, während er sie erneut küsste. Gleichwohl seine Küsse mehr dem Einnehmen einer Festung glichen als einem zärtlichen Vorspiel. Das Kleid fand seinen Weg von ihrem Leib, ebenso wie seine Hosen und dann war er schon auf ihr und dabei sie auszufüllen.

vega_004

Irgendwann, gegen Ende des Akes, als ihre Spalte nichts weiter war als ein pulsierendes, zuckendes Etwas, in das er seine letzten Stöße hämmerte, unregelmäßig nun, weil sein eigener Höhepunkt ihm die volle Kontrolle nahm, irgendwann in diesem Moment, der vollkommen war, weil jedes Denken, alle Skrupel, jede gesellschaftliche Schranke in ihrem Kopf nicht mehr existent war, irgendwann in diesem Moment wusste sie, dass sie wieder glücklich sein würde. So glücklich wie gerade jetzt. Als er sich in sie ergoss, keuchend und stöhnend, während sie auf den Knie vor ihm lag wie eine Sklavin, da lächelte sie selig.

Sie schlief mit einem Mann, mit dem sie nicht entferntesten plante eine Gefährtenschaft einzugehen. Er zog sie mit sich und in seine Arme und sie sah in sein Gesicht. Das Bett war nun noch zerwühlter als vorhin, als sie sich in dem einfachen Leinenkleid in sein Zimmer geschlichen hatte. Sie hatte  mit ihm in einem billigen verwohnten Zimmer in der Unterstadt gevögelt wie eine einfache Hure, nur, dass sie nicht einmal Geld dafür nahm. Wenn man sich seine finanzielle Lage betrachtete, wäre es wohl auch eher in Frage gekommen, dass er Geld von ihr nehmen musste. Der Gedanke erfüllte sie mit Heiterkeit.

vega_005

Die Heiterkeit verflog schlagartig, als es an der Tür klopfte.

Timaios war ebenso schnell auf den Beinen wie sie, er streifte sich seine Tunika über und flüsterte hilflos.

„Stell dich irgendwohin, wo man dich nicht gleich sieht..“

Ihr Herz raste. Ihr Bruder hatte seinen Geldverleih im unteren Geschoss. Waren sie zu laut gewesen? Der Raum hatte keine Nischen, nicht einmal Vorhänge an den Fenstern und nackt auf dem Balkon zu treten, war sicher keine gute Idee. Sie legte sich flach auf den Boden und schob sich unter das Bett. Die alten Dielenbretter fühlten sich rau an auf ihrer Haut und sie spürte den Staub um sich herum und nahm eine Hand vor ihr Gesicht um nicht zu niesen.

vega_007

Timaios trat an die Tür und suchte mit seinem Leib den Blick ins Innere zu versperren. Vega konnte jedes Wort verstehen, das gesprochen wurde. Es war die Schneiderin und sie hatte eine junge Frau dabei. Gekommen waren sie um eine bestellte Tunika für Timaios zu liefern, der nun aber kein Geld hatte um sie zu zahlen. Vega schloss die Augen und dachte an den Münzbeutel, der am Gürtel ihres Kleides verknotet war. Hauptsache, sie suchten schnell wieder das Weite. Aber weit gefehlt, Timaios in seinem unerschöpflichen Leichtsinn, trat von der Tür weg um der Schneiderin ein Schriftstück auszustellen, mit dem sie sich das Geld bei Markus Baratheus holen sollte. Immerhin sorgte ja die blaue Kaste im Moment für sein Auskommen. Entsetzt zog sich Vega noch ein Stück weiter unter das Bett zurück und versuchte nicht weiter darüber nachzudenken, ob sich in dieser Absteige womöglich Ungeziefer in ihrer Nähe befand. Ihr Kleid! Siedendheiß fiel ihr ein, dass es noch auf dem Bett liegen musste.

Vega Barathea, Tochter des ersten Schriftgelehrten und Magistrat von Victoria, lag splitterfasernackt unter dem Bett von Timaios, einem zurückgekehrten Habenichts und Kartographen und hoffte unentdeckt zu bleiben wie eine Urt auf Diebestour. Hätte nicht die nackte Panik ihr Herz im Klammergriff gehalten, hätte sie es mit etwas Abstand amüsant finden können. Ohne Zweifel würde Markus selbst ihr einen Kragen um ihren zierlichen Hals legen, wenn das herauskam.

vega_010

Endlich war die Angelegenheit geregelt und die Tür fiel wieder zu. Sie kroch unter dem Bett hervor und sah in sein schräges Grinsen.

„Ich hole dir Wasser, damit du dich waschen kannst. Die Leute sammeln sich schon an der Ecke um die Reden nicht zu verpassen.“

Sie fauchte irgendetwas, aber die Wut verflog schon beim Anblick dieses Grinsens. Irgendwie schaffte er es, Vegas Temperament allein durch seine Mimik zu zügeln. Dann eilte er davon um das versprochene Wasser aus dem Brunnen zu holen und sie versuchte den Riss im Stoff ihres Kleides, der fast bis zum Bauchnabel runterging, mit einer Art Umhang zu überdecken, für den eine Decke von seinem Bett herhalten musste. Es würde nicht lange halten müssen. Sie hatte den Beutel mit ihrem standesgemäßen Kleid unter einem Strauch hinter den Stallungen versteckt. Dorthin veirrte sich nur selten jemand, denn sie Leute hatten gehörigen Respekt vor dem Tharlariongehege.

Bis zur ersten Rede schaffte sie es pünktlich. Gekämmt und ordentlich gekleidet. Die Wangen rot glühend und die Augen voller Lebensfreude. Timaios stand bereits in der Menge und sah kurz zu ihr.

 

Advertisements
Comments
3 Responses to “Auf Abwegen”
  1. onolisicious sagt:

    Es war ein sehr schöner RP Nachmittag. Absolut unpolitisch und trotzdem für Timaios ein wichtiger Schritt in Victoria. Danke fürs Einfangen der Stimmung.

  2. sugarninja sagt:

    hrrr .-)

  3. Gerade gesehen, toll geschrieben 😉
    LG Talena

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: