Muse mit Mission

Bettencourt hatte ihre Aufgaben für die Societé weitgehend erfüllt, nur Jean Massu hatte sie bislang nicht antreffen können um ihm die Einladung zu den Festlichkeiten zu überbringen. Der erste auf ihrer Liste war Patrice Bartand, Maler und erklärter Lebemann und erst auf den zweiten Blick interessant genug als Mitglied für die Societé geworben zu werden, denn er verstand sich exzellent auf Understatement und es gelang ihm auf diese Weise seine Vermögensverhältnisse weitgehend zu verschleiern.

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Als zweites, weil die junge Frau so mutig genug war sich Bettencourt gegenüber zu ihren Neigungen zu bekennen und um dem Männerüberschuss entgegen zu wirken, lud sie Shoshana Ruiz Gil ein. Als Journalistin war sie ohnehin in Talleyrands Diensten und somit recht gut zu kontrollieren, darüber hinaus begriff sie, dass dieser „Kreis von Gleichgesinnten“ für sie die Chance bedeutete wieder auf gehobenem Niveau mitspielen zu können.

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Ein etwas anderer Fall war Isabell Molière. Die Hotelerbin hatte sich dem Willen ihrer Eltern widersetzt und hatte ihren Betrieb verkauft um sich nun in Neuville als Eventmanagerin zu verdingen. Ein mutiger Schritt und dem von Bettencourt nicht unähnlich. In einem Gespräch kristallisierte sich heraus, dass sie noch ein paar andere Ähnlichkeiten hatten, nicht zuletzt die Art des Verhältnisses, das sie ihren Partnern hatten. Molière zu einem Immobilienmaker namens Lennox und Bettencourt zu Talleyrand.

Alles war vorhanden: Neigung, Vermögen – an sich gab es nur einen Haken an der Sache. Besagter Lennox pflegte offenbar Geschäftsbeziehungen zu Simon Walter Phoenix. Man würde sehen, ob er dennoch oder gerade wegen möglicher Informationen in den Kreis passen könnte. Die Festivität war eine willkommene Gelegenheit potentielle Kandidaten zu sondieren und wurde auch so genutzt.

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Bettencourt war bereits gespannt, wen die anderen Mitglieder eingeladen hatten. Die Einladungen waren nummeriert und nur mit Einladung erhielt man Zutritt zum Schloss. Darüber hinaus mussten sich die Namen auf der Gästeliste befinden um Fälschungen und Betrugsversuche zu verhindern.

Bettencourt war breits aufgeregt. Das Palais Saint Germain in der Nähe von Paris, auf dem Land gelegen, war der Hauptsitz der Societé, allerdings kein kultischer Ort, sondern lediglich der passende Rahmen für opulente Ausschweifungen.

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