Riders on the storm

Als draußen ein Wagen vorfuhr, schickte Talleyrand sie ins Schlafzimmer mit dem Auftrag sich die Augen zu verbinden. Bettencourt zitterte. Sie kam sich vor wie unter eine Lawine geraten. Der Schock erwischt zu werden, als sie im Mausoleum herumschnüffelte. Die lange Zeit eingesperrt im unterirdischen Gewölbe. Talleyrands Wut. Und nun die Gewissheit, dass er verheiratet war. Auf dem Regal hatte sie das Hochzeitsbild entdeckt. Sie legte sich auf den Teppich und versuchte das Karussel in ihrem Kopf anzuhalten. Die Comtesse und Madame Auxifur waren gekommen. Sie erkannte die Stimmen. Beriet man nun, was mit ihr geschehen sollte?

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Es blieb vorerst beim Hausarrest. Den folgenden Tag verbrachte Bettencourt weitgehend sich selbst überlassen in der Villa. Die Ungewissheit über das Bevorstehende schwebte wie ein Damoklesschwert über ihrem Kopf. Am Pool fand sie etwas Ablenkung vor. Talleyrands Frau, deren Abbild einer blonden Visage sie am liebsten von der Terrasse auf die Felsen geworfen hätte, hatte offenbar einen Gärtner eingestellt. Es war der Mann, der wenige Tage zuvor mittellos und von den Folgen eines Überfalls gezeichnet, in die Stadt gekommen war. Sie machte sich ein Spiel daraus ihn zu reizen, so dass er sich zum Schluss fast wie ein tobender Stier auf sie werfen wollte. Die junge Touristin aus Hawai kam wie gerufen. Bettencourt ließ ihn im letzten Moment abblitzen und sah den beidem beim Vögeln zu, bevor sie zurück ins Haus ging.

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Kurz vor der Rückkehr von Talleyrand, klopfte jemand von der Gendarmerie an die Tür. Angeblich ging es darum, ob aus der Villa Gegenstände an den Strand geworfen worden waren. Was für eine absurde Vorstellung und was für ein ungehobelter Kerl! Bettencourt zeigte ihm die Terrasse und auch das Fenster im Flur. Er war kleiner als Talleyrand, aber sein Körperbau erinnerte sie an einen scharfen Pitbull. Ihr erotischer Instinkt reagierte auf ihn, ohne dass sie es unter Kontrolle gehabt hätte, aber sie wusste es wohl zu verbergen. Mit vor der Brust verschränkten Armen verabschiedete sie ihn an der Tür. Mehr und mehr fühlte sie sich ihren Trieben ausgeliefert.

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Das war es auch, was sie Talleyrand mitteilte, als er zurück in die Villa kam. Der Gedanke schien ihm zu gefallen und milder zu stimmen. Er ließ sie sich ausziehen und nackt vor ihm auf dem niedrigen Tisch knien, während er mit ihr sprach. Ihr Vergehen war beispiellos in der Geschichte der Societé. Und deshalb war es auch schwer vorherzusagen was nun geschehen würde. Bettencourt sah ihn an. Wie so oft setzte der sachliche, fast spöttische Tonfall in seiner Stimme eine wahre Flut von Erregung in ihr frei. Die gespreizten Beine und ihre Nacktheit vor ihm kamen hinzu und potenzierten Erregung bald schon zu Ekstase.  Er ließ sich von ihr mit dem Mund bedienen und erfreute sich danach daran, sie noch eine Weile zappeln zu lassen. Dann spürte sie seine Finger. Sie geriet in Schwingung wie die Saiten eines Instrumentes. Eine Sinfonie, die nun derart rasch dem Höhepunkt entgegen strebte, dass sich Zeit und Raum aufzulösen begannen. Schwer atmend lag sie dann vor ihm auf dem Tisch.

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Ihr freier Wille. Es war Talleyrand bei dem Gespräch wichtig gewesen zu betonen, dass es nach wie vor ihre Entscheidung war ihm zu folgen oder die Vereinbarung hinter sich zu lassen. Bettencourt begriff das. Sie selbst hatte erkannt, dass es keine wahre Sklaverei vor dem Hintergrund verfassungsrechtlich garantierter Menschenrechte gab. Sie war ein freier Mensch. Und dennoch. Der freie Wille war ein fragiles Element im Spiel von gewaltigen Gefühlen, die nun ihr Leben beherrschten.

Und Talleyrand war der Herr über den Sturm.

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