Heimkehr

Ich nahm die Hilfegesuche meiner Brüder und Schwestern aus dem Schattenbachtal an. Nicht nur mein Mitgefühl, sondern auch die Sorge um Lothlórien selbst war der Grund. Die Art und Weise ein Orklager auszukundschaften und zu schwächen, hatte ich mittlerweile etliche Male erprobt. Auch diesmal ging ich ähnlich vor und vernichtete erst zum Schluss, als ich die defensiven Schwächen der Anlage kannte, die jeweiligen Anführer mit Hilfe der Naturkräfte, die ich über meinen Stab bündeln konnte und – mit Hilfe von Seregon. Mittlerweile hatte ich die Fähigkeit viele mächtige Kreaturen zu beschwören, aber für mich gab es keinen schnelleren, tödlicheren und treueren Begleiter als den kleinen Onyxluchs. Der Bär war zu langsam. Der Adler zwar schnell, aber zu gering in dem Schaden, den er anrichtete. Selbst eine der riesigen weißen Raubkatzen war im Vergleich zu Seregon zu behäbig.

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Danach ritt ich weiter bis an die Grenzen des goldenen Waldes. Ich kannte die gute Bewachung unserer Heimat und näherte mich offen den Bogenschützen. Für Fremde ist es nicht ungefährlich sich den Pforten nach Lórien zu nähern, besonders in den Tagen der dunklen Bedrohung. Wir Galadhrim lieben unsere Ruhe und Abgeschiedenheit und schützen mit unseren Pfeilen alles, das die Ruhe und die goldene Schönheit unseres Waldes stören oder gefährden konnte.

Ich gab mich als heimkehrendes Kind Lóriens zu erkennen und die Bogenschützen senkten die Waffen und ließen mich passieren. Lais von Lórien, als solche kannte man mich nun an vielen Orten Mittelerdes. Hier war ich nur eine Galadhrim unter Brüdern und Schwestern. Das Gefühl von Heimat erfüllte mich derart stark, dass ich im Reiten innehalten musste. Auf einer der Lichtungen, an denen wir Waldelben uns gerne aufhalten um Ruhe zu finden, setzte ich mich nieder.  Alles war so vertraut und dennoch verändert. Als ich damals aufbrach und hinaus in die Welt zog um meine Fähigkeiten zu schulen, ahnte ich noch nicht, dass der Kampf um Mittelerde mein Schicksal bestimmen würde. Erst als Galadriel mir im Traum erschien und zu mir sprach, begriff ich, dass wir Waldelben nicht ohne Grund den Drang verspüren den goldenen Wald zu verlassen. Aber zu diesem Zeitpunkt trug ich noch Zweifel in mir, auf dem Boden der Unsicherheit und der eigenen Schwächen. Doch Galadriel sollte Recht behalten. Ich frage mich, ob irgendwo in Mittelerde eine weisere Frau existierte als Galadriel.

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Ich berührte das moosige Gras unter mir mit meinen langen weißen Fingern und sah über mir in das goldene Dach der Mallormbäume. Bald würde ich nach langer Zeit die erste Nacht seit langem wieder auf einem unserer Talans verbringen, hoch oben in den Bäumen. Selbst in der Nacht war der goldene Wald nicht dunkel und unheilvoll wie anderswo in Mittelerde. Seregon kam von einem Streifzug zurück und ich erklärte ihm, welche Kreaturen der jagen und welche er verschonen musste, um nicht den Zorn meines Volkes auf sich zu ziehen. Ein Eichhörnchen zog furchtlos über die Lichtung sah mich aufmerkam an.

Heimat. Es war gut, wieder hier zu sein.

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