Khazad-Dûm – In die Dunkelheit unter den Bergen

Khazad-Dûm lag zum Greifen nahe. Rund um das verschüttete Tor traf ich auf Zwerge bei der Arbeit. Sie trotzten den Crebain, den Wölfen von den nahegelegenen Hügeln und… dem still daliegenden Wasser in ihrem Rücken. Tatsächlich schien von dem Talsee eine seltsame Bedrohung auszugehen, obwohl die Wasseroberfläche ruhig blieb. Zu ruhig vielleicht, dachte ich bei mir. Durins Hallen zurückzuerobern, das war das Ansinnen aller Angehörigen des kleinen Volkes, die hier arbeiteten um den Eingang wieder freizulegen. Ob die Gerölllawine erst herabgekommen war, nachdem Gandalf und die Gefährten hindurchgeschritten waren oder gab es noch einen Zugang? Womöglich war ihnen auf diese Weise der Rückweg verschlossen. Was auch immer sie darin erwarten mochte, sie würden sich ihm stellen müssen.

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Es sei denn, es gelang den Zwergen rasch das Geröll zu räumen. So tatkräftig wie möglich unterstützte ich sie bei ihren Arbeiten, vernichtete erneut einige flatternde Ungetüme von Sarumans Armee der Augen und minimierte auch die Anzahl der Wölfe auf ein erträgliches Maß. Im Zuge dieser Säuberungsaktionen im Umfeld der Zwergelager, die aus Wagenburgen bestanden, fiel mir ein wertvoller Stab aus dem dritten Zeitalter in die Hände. Einer der Orks aus den Höhlen, die auch hier das Banner der weißen Hand zierte, hatte ihn offenbar unter seiner Beute bei sich getragen. Es gelang mir ihn von einem Schmiedemeister eindeutig identifizieren zu lassen. Aufregung nahm von mir Besitz. Auch in den Augen des Schmiedemeisters hatte ich es gelesen: Eine Waffe, die unglaubliche Macht entfalten konnte, so oft man sie benutzte.

Nun, die Zeit sie zu nutzen, war nicht mehr weit. Es war zu der nächtlichen Stunde, in der die Expedition ins Innere des Berges vordringen wollte. Das Tor war geräumt und nun wieder zugänglich und die ausgewählten Zwerge sammelten sich vor dem Eingang.

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Ihre alte Heimat vor Augen hatten sie kaum noch Augen für die spiegelglatte, nächtlich schwarze Oberfläche des Sees, in dem sich nicht einmal das Mondlicht spiegelte. Ein fataler Fehler. Etwas erhob sich aus den Tiefen. Etwas, das so groß war wie Helchgam in Carn Dûm war und bevor es nah am Ufer war, schossen aus dem Wasser lange Tentakel hervor und rissen den Jüngsten der Zwerge in den Tod. Dann zog sich der Wächter im Wasser einen Moment und in all dem Wehklagen der Zwerge gelang es uns doch uns für den Kampf zu formieren.

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Unzählige Tentakel kamen aus den unerwartesten Stellen aus dem Wasser empor und schlugen zu oder zogen Zwerge in das kalte, stinkende Wasser. Vom Stab des dritten Zeitalters ging in meinen Händen eine unglaubliche Hitze aus. Ich verlor Seregon im Gefecht aus den Augen, kämpfte aber verbissen weiter. Schließlich schrie das Wesen auf und zog sich zurück. Tot oder besiegt, wir waren uns nicht sicher. Aber wir hatten es zurückschlagen können. Selbst, wenn wir nun den Rückweg am See entlang möglicherweise überleben konnten, wir hatten ein Ziel und die Furcht hatte es den Zwergen nicht aus den Köpfen treiben können: Khazad-Dûm. Dass mich die Sorge um die Gefährten ins Innere der Berge trieb, behielt ich vorerst für mich. Wir betraten das unscheinbare Tor, das, verglichen mit dem, was wir in seinem Inneren vorfanden, wie die Pforte zu einer Hobbithöhle wirkte.

Wir schritten in eine Halle von gigantischem Ausmaß, die die Zwerge als Durins Schwelle bezeichneten. Wie alle Bauwerke von Zwergen war die Pracht von geradlinigem, kostbar verzierten Steinflächen auffällig. Treppen, die so steil und lang waren, dass man ihr Ende nicht sehen konnte und Säulengänge, die so hoch waren, dass man meinen konnte, der Berg müsste von innen schon völlig ausgehöhlt sein. Wer ein enges Minensystem erwartete, durch das man sich kaum hindurchbewegen konnte, lag völlig falsch.

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Eine Stadt unter drei Bergen.

Sofort begann man sich häuslich einzurichten, die riesigen Bettwanzen aus den Lagern zu vertreiben und die Umgebung zu erkunden. Das alte Reich erstreckte sich unter der gigantischen Fläche von drei Bergen, dem Caradhras, dem Celebdil und dem Fanuidhol. Ich ruhte einen Moment, als mich jemand an der Schulter berührte. Aufgeschreckt fuhr ich herum.

Ein Mann meines Volkes. Hier in Khazad-Dûm. War er mir gefolgt oder trieb ihn das gleiche Ziel her? An seiner Rüstung bemerkte ich das Symbol der weißen Schatten Luthiens.

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