Kunde von Mithrandriel – Machinima zum zweiten Akt des Delka RPs

In den Mittagsstunden vollzog sich in Port Kar der rasende, kreischende Höhepunkt an Laustärke und dem Drängen stinkender Leiber auf den Gehstegen der mittleren Ebene. Es stanken nicht nur die Kanäle, sondern auch die Menschen. Der Besuch des Badehauses im Distrikt war vielen aus finanziellen Gründen verwehrt und nicht alle nahmen es mit dem Waschen so genau, wie es Amira gewöhnt war. Sie kamen mit nahezu allen Anliegen zur Bezirksverwalterin und dünsteten aus ungewaschenen Kleidern, ungepflegten Zähnen und ungekämmtem Haar. Als Amira schließlich glaubte in den Haarschöpfen von fünf Kindern, der Größe nach aufgereiht wie die Klangstangen an einem Signalturm vor ihrer Mutter, die auch in dieser Hand nicht in der Lage war den Mietzins für den winzigen Wohnraum auf der untersten Ebene zu zahlen, kriechende Viecher zu entdecken, war sie für’s erste so bedient, dass sie ihre Arbeitsnische in der Verwaltung verließ und entschlossen war, sich eine Mittagspause zu nehmen.

Port Kar war ein verdammter Sumpf an Ehr- und Gesetzlosigkeit, dachte sie im Stillen, während sie sich dem steinernen Labyrinth der Insula Bandkanal näherte. Welcher Vater zeugte mit einer Frau fünf Kinder und kümmerte sich danach nicht um seine Familie? Das lag alles an den fehlenden Gefährtenschaftsverträgen. Ein jeder Mann kann sich einfach eine Freie zur Frau nehmen und verfahren wie er verfahren wollte. Unhaltbare Zustände, schnaubte sie leise, als sie schließlich ermattet auf den Diwan sackte. Wahrscheinlich zeugte der Kerl bereits mit einer anderen Frau eine Horde neuer verlauster Bälger. Da wäre es wahrlich noch ehrhafter, er würde seinen überschüssigen nichtswerten Samen einfach im Verminium verschleudern. Dann schlief sie ein. Meist träume sie von Turmus. Von den blumengesäumten Straßen, die weitgehend sauber waren, wenn man von den Schlammrinnen am Rande mal absah. Am häufigsten träumte sie von den Palastgärten, deren Geruch morgens sogar bis hoch auf die Terrasse gezogen war. Frische Kräuter, bunte Blüten und der Duft der Nadelbäume.

Als sie die Augen aufschlug, hatte sie eine ganze Stunde verschlafen und ihr Kopf fühlte sich an, als sei eine Herde Bosks darüber hingeggetrampelt. Ein Blick auf ihr Chronometer verriet, das Eile geboten war. Sie erhob sich, den sanften Kreisel in ihrem Kopf ignorierend und eilte zurück an ihre Arbeitsstätte, wo sie fast mit einer blaugewandeten, sittlich verschleierten und somit aller Wahrscheinlichkeit nach Fremden zusammenstieß.

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Nach hektisch gemurmelten gegenseitigen Entschuldigungen erkannten sie einander schließlich an ihren Stimmen. Es war Lady Trillian aus Lyros. Lyros!

Amira offenbarte der vertrauenswürdigen Kastenschwester sofort ihre volle Identität und zur ihrer Erleichterung hatte Trillian frohe Kunde zu überbringen. Lady Mithrandriel con Kassau war wohlauf und mit ihr auch Lady Florence, die junge Heilerein sowie Talia, die auf ihrer Reise gen Kargash wohl auf die beiden anderen Damen gestoßen war. Amira fühlte sofort, wie neue Kraft und Frische in ihr müdes Blut zu strömen begannen. Die beiden zogen sich in eine Mauernische zurück, gleich neben dem Gebäude des Kapitänsrates, mit seinem bunt gekachelten Vorplatz – der einzige farbenfrohe Platz in dieser graubraunen Steinhölle – und tauschten Informationen aus. Mithrandriel war offenbar auf der Suche nach versprengten Delka-Lictoren, vor allem aber auf der Suche nach dem Administrator und seiner Familie. Außerdem hatte Trillian eine zweite Mission vor sich, deren Gefährlichkeit Amira fast Sprache und Atem verschlug. Aber wenn Trillian erfolgreich sein würde, würde Del-ka über zuverlässige Informationen verfügen, was die weiteren Pläne von Cos anging.

Mithrandriel lebte – sie war frei und wohlauf! Und ebenso Florence und auch Talia und die kleine Aglaia. Trillian und Amira trennten sich bald um kein Aufsehen zu erregen. Nach so frohen Botschaften ging Amira der zweite Teil ihres Arbeitstages leichter von der Hand.

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Den Abend ließen sie wie meist in gemütlicher Runde in der Herberge ausklingen, auch wenn Cato sich erst spät aus dem Arsenal lösen konnte. Ein junger Krieger mit schwangerer Gefährtin aus Teslit war zu Gast, aber sinnvolle Informationen waren nicht zu erhalten. Er war zu sehr mit seinem ungeborenen Kind und den Essgewohnheiten von Schwangeren befasst. Brom und Gilian wurden einander vorgestellt. Immerhin waren sie nun Nachbarn in der Insula Speerkanal. Und Gerüchte von einem Zelt der schwarzen Kaste drangen bis an ihren Tisch. Das war nichts, das Amira beunruhigen konnte. Im Gegenteil, nichts anderes erwartete man von Port Kar als die Anwesenheit von Gesetzlosen und finsteren Gestalten.

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