Incognito

Am nächsten größeren Hafen mussten sie von Talia und Aglaia Abschied nehmen. Als Gefährtin von Done war es ihre Pflicht nach Kargash weiterzureisen, nachdem der Ort, an dem man sie in Sicherheit geglaubt hatte, gefallen war. Cato erstand einfache Schreibergewänder für seine Familie und nach einer Nacht Rast in der Herberge, eröffnete er Amira wohin die Reise gehen würde. Wie es seine Art war, hatte er im Stillen über ihre Zukunft nachgedacht und eröffnete dann seine Entscheidung in der Annahme, dass seinen Worten Folge geleistet würde. Sie würden als einfache Schreibersfamilie von Brundisium aus ein Schiff besteigen, das sie an der Küste entlang zu ihrem Zielort brachte.

Amira kämpfte mir ihrer wachsenden Verzweiflung, während Laertes und Helena dies alles wie ein großes Abenteuer zu sehen begannen, das mit einem Verkleidungsspiel begann, wie sie es aus ihren Kindertagen kannten. Ausgerechnet an diesen Ort! Er hatte Amira bereits einmal kein Glück gebracht, als sie in Lydius gegen Morgaine con Treve vorging. Natürlich konnte ihr Verstand den Weg nachvollziehen, den Catos Gedanken gegangen waren, bis sie ihn zu dieser Entscheidung führten. Es gab nicht mehr viele mögliche Verbündete, die Cos trotzen konnten. Aber warum ausgerechnet dieser Moloch, der so fern war von allem städtischen und kulturellen Leben, wie Amira es sich überhaupt nur vorstellen konnte? Außer der Feindschaft zu Cos, so fluchte sie im Stillen, gab es keinerlei Gemeinsamkeiten mit Turmus und sie bezweifelte stark, dass die Werte, für die Del-ka stand dort irgendeine Bedeutung haben würden.

Allerdings hatte sie auch keinen anderen Vorschlag, den sie Cato unterbreiten konnte. Schließlich gestand sie sich ein, dass sie niemals zuvor so froh gewesen war, ihrem Gefährten die Führung überlassen zu können, wie jetzt in den dunkelsten Tagen ihrer gemeinsamen Karriere. Sie fühlte sich wie ein auf wildem Wasser dahintreibender Ast, der jeden Halt verloren und jedes schützende Ufer längst aus den Augen verloren hatte. Sie mochten den Heimstein gerettet haben, aber die Stadt, zu der er gehörte, war in die Hände der Feinde gefallen und bedeutete Lebensgefahr, sobald sie auch nur einen Fuß dorthin setzen würde. Sie war sicher, Trajanos dürstete immer noch nach Rache.

Während der Schiffsreise bestand Cato darauf, dass sie mit Helena unter Deck blieb, geschützt vor den Blicken der anderen Männer unter schweren Schleiern, wie sie sie in Turmus niemals hatte tragen müssen. Sie mochte die Thassa, aber so blieb den beiden Frauen die ganze Pracht des in der Sonne schimmernden Tambergolfes verborgen und auch die Seeluft fand kaum den Weg durch den stickigen Dunst im Inneren des Schiffsbauches bis in ihre Lungen. Spätestens jetzt begriff Helena, dass das Reisen für eine freie Frau weder Abenteuer, noch angenehm war. Während ihr Bruder auf dem Schiff herumstromern konnte, litt sie unter dem Gewand an der Hitze, dem Mangel an frischer Luft und ihrer Übelkeit auf See.

Das Schiff nahm von Brundisium aus Kurs nach Westen.

***

OOC

Bauabschnitt 1 schreitet gut voran. Wenn das so gut läuft wie bis jetzt, dann wird der erste Bauabschnitt in einigen Tagen fertig gestellt sein. Wer keine Lust auf Friede, Freude und Eierkuchen auf Gor hat, der ist dann vielleicht dort gut aufgehoben. Cato und ich hatten ja den Mangel an willigen Antagonisten beklagt, dafür bietet Cos einfach den idealen Background. Aber es sollte jedem klar sein, dass Antagonisten ein heftiges Echo erwarten kann. Böse Jungs (und Mädels) werden halt manchmal auch durch die Mangel gedreht.

Cato und Amira werden ihre Reise nicht beenden können, bevor nicht auch Bauabschnitt 2 beendet ist.

Beim Verfassen der neuen Infocards ist mir das eine oder andere nochmal klarer geworden. Ich denke unser Focus liegt auf dem möglichst spannenden Fortschreiben der Geschichte. Turmus war in dieser Hinsicht für unseren Geschmack nicht mehr dynamisch genug in Ermangelung von Feinden. Die Geschichte mit den Dreimonatssims ist im Hinblick auf wechselnde Kulissen für die fortschreitende Geschichte von Del-ka vielleicht wirklich ein guter Gedanke. Ich bin mehr und mehr der Überzeugung, dass es nicht um einen festen Ort geht, sondern um Kulissen für Rollenspiel. Sicher gefällt einem manches Bühnenbild besser als ein anderes. Aber letztlich ist es nicht mehr als das. Ein Bühnenbild.

Wobei – bei der ganzen Arbeit mit einem ausgefeilten Bühnenbild darf es für mich auch ruhig länger gehen. Es darf gehen, solange es eben spannend ist. Ich merke jetzt schon beim Bauen wie die Ideen wieder da sind, die Lust aufs Spiel zurückkehrt und Beric geht es wohl ähnlich.

Im Bild: Die Hafenfestung von Selnus. Und Nea im antiken RP-Outfit. Gor könnte wirklich schöner sein, ohne diesen ätzenden Schleierfummel für die Frauen.

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One Response to “Incognito”
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  1. […] sicher, ob es längerfristig (wenn überhaupt) etwas wird … aber einen Versuch ist es wert. Schaun mer mal. Und dafür wollte ich auch Kenny begeistern, da die Besatzung des Schiffes bisher nur aus Kapitän […]



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