Beraubt im Bade

Die Ungereimtheiten in der Geschichte der Frauen hatten sich mit denen in ihrem Verhalten zu einer Wand des Misstrauens erhärtet. Schon längst hatte Amira den Kajirae befohlen die Gäste der Stadt im Auge zu behalten und vor allem ihre aufmerksamen Ohren auf jedwede Form der Kommunikation zu richten, die von der Frauengruppe ausging.

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Diesen Auftrag hatte sie erteilt, nachdem zwei von ihnen so überaus reges Interesse an der turmischen Befestigungsanlage gezeigt hatten. Was zum einen untypisch für Frauen war und zum anderen überaus unklug war, wenn man als geduldeter Gast, als Fremder in einer Stadt war. Auch ihre Kenntnisse zur Überwindung von Mauern und Hängen trieben Amira das Erstaunen ins Gesicht. Von Kletterhaken war da beispielsweise die Rede gewesen.

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Lady Mithrandriel war der Ansicht, dass Frauen aus Treve niemals in der Lage seien die Festung im Voltai zu verlassen oder gar als Gruppe einfach so umherzureisen. Auch sie hielt die Geschichten der Fremden für betrügerischen Humbug. Amira wusste zu berichten, dass keine der Frauen offenbar an baldige Heimkehr dachte oder zumindest eine Nachricht in die Heimat hatte übermitteln lassen.

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Schließlich stützt Sir Turin mit seiner Schilderung dessen, was er beobachtet hatte, die Mauer des Misstrauens noch zusätzlich. Er kam in den Palast, während Cato in Gesellschaft von Amira, Mithrandriel und Gwenda soeben Sir Do-bar, den stolzen Tarnreiter, in der städtischen Gemeinschaft von Turmus willkommen hieß.

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Stoffballen hätten die Frauen in den Zylinder der Schriftgelehrten geschleppt, berichtete Sir Turin und ob wir wirklich sicher seien, WEM wir da turmische Gastfreundschaft zuteil werden ließen. Auf ihn machten die Weiber wohl einen gänzlich verworrenen und unzivilisierten Eindruck. Schließlich war es Gwenda, die eine List vorschlug, die dazu dienen sollte, die wahren Motive der Frauen herauszufinden oder diese zumindest ein wenig von möglicherweise nicht dienlichen Aktivitäten fernzhalten.

Doch es sollte alles anders kommen. Wer nämlich zunächst auf eine List hereinfiel oder über ein eigene Unachtsamkeit stolperte war Amira. Verabredet zum Bade mit einem der verdächtigen Weibsbilder und trotz des am hinteren Fenster des Badehauses wachenden und aufmerksam lauschenden Cato in Verkleidung, gelang es einer zweiten Fremden sich kurz ins Badehaus zu begeben und unbemerkt Amiras Schreibertasche mitzunehmen.

So außer sich war Amira lange nicht mehr geraten. Während sie in Eile und wutenbrannt die Robe über ihren noch nassen Leib zu zerren begann, schrie sie schon gellend nach den Wachen. Ihre Tasche!

Die Tasche mochte ersetzbar sein.

Aber Mercurius‘ Karte und seine entschlüsselten Worte, bei den Priesterkönigen, konnten möglicherweise die falschen Personen zu seinem mächtigen Geheimnis führen!

Amira schloss die Hand um die Phiole, die sicher in der Innentasche ihres Überrocks ruhte. Eilig machte sie ihre Angaben bei den Wachen und setzte eine Belohung von zwei Silber aus, sollte ihre Tasche samt Inhalt zurückgebracht werden.

Dann eilte sie zurück zum Palast, wo der aufgebrachte Cato sich bereits seiner Verkleidung entledigt hatte und auf ihren Bericht wartete.

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