Der Administrator ist tot. Es lebe der Administrator!

Die Ausrufer kamen an den Hafen, während Amira mit der Bäckerin das Bewohnerformular durchging. Sehr zu ihrer Freude hatte die junge Frau aus Ti sich dazu entschlossen, die Pilgerreise zu unterbrechen und sich in Turmus niederzulassen. Sobald ihre Probezeit um war und sie zwei Fürsprecher unter den Bürgern hatte, würde sie den Heimsteinschwur ablegen dürfen.

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Beide Frauen erhoben sich und traten ans Fenster um besser hören zu können. Offenbar war der hohe Rat zu einer Entscheidung gekommen.
Die Stimme des Ausrufers drang deutlich zu ihnen, denn am Hafen war es ruhig gewesen. Neuigkeiten waren immer interessant für alle und der ganze reghafte Handel an den Markständen kam mit einem Mal zum Stillstand.

„Der hohe Rat von Turmus bestehend aus dem Wissenden Serenus, dem ersten Schriftgelehrten Cato, dem ersten Baumeister Saphrar, dem ersten Heiler Flaminius und dem ersten Schwert Seremides haben Sir Cato con Turmus aus der Kaste der Schriftgelehrten mit den Aufgaben des Administrators betraut. Die Ernennung des Cato von Turmus währt bis zum Ende der Amtszeit von Iago con Turmus, die noch vier Märkte zählt bis Neuwahlen anstehen.“

Amira schloss die Augen. Es war nicht umsonst gewesen. Keine ihrer Anstrengungen und Opfer war umsonst gewesen. Cato war gewählt worden. Sicher, sie hatte nachhelfen müssen. Bei dem einen freundlicher, bei dem anderen mit etwas mehr Druck. Aber schließlich waren die Schuldscheine durchaus von Vorteil gewesen. Nicht zu vergessen, das goldene Zugeständnis an Serenus.

Dann hörte Amira die Stimme der Bäckerin, die ihr gratulierte. Zu Catos Wahl aber auch zu ihrem neuen Amt als Prätorin über Turmus. Eine Reihe von Ernennungen hatte Cato bereits vornehmen lassen, unter anderem hatte er zur Einrichtung eines Hafenrates aufgerufen, der in der Lage war, Eingaben an den hohen Rat von Turmus zu machen. Cato war brillant darin, sich Sympathien zu verschaffen, dachte sich Amira. Die Bewohner am Hafen würden so ein Organ bekommen, das ihnen in der Stadt Gehör verschaffen konnte.

Amira sah Gwenda an und wartete, bis die Ausrufer verstummten und das Treiben am Hafen wieder seinen Lauf nahm. „Eine große Verantwortung für meinen Gefährten, Bäckerin. Aber nun lasst uns dem Manöver zusehen.“

Sie verließen beide die Hafenmeisterei und spazierten Richtung Kaimauer, von wo aus die den besten Überblick über den Vosk und die manövrierenden Tarnschiffe hatten. Sir Lysingur hatte von dem Heerlager der Legion berichtet, das sich nur eine Tagesreise weit von Turmus befand. Er hatte von übler Stimmung dort erzählt, so dass man mutmaßen konnte, dass die Güter im Heerlager wohl knapp geworden waren. Hunger war ein schlechter Kamerad für einen Krieger. Es war nicht unwahrscheinlich, dass die Legion das Plündern anfangen würde. Auch Sir Gerd war offenbar dieser Ansicht und hatte für diese Hand verstärkte Übungsmanöver angesetzt.

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