Das Serum des Iskander

Iskander, of the physicians, had given me of a strange draft, which I, slave, must needs drink.

„This will relax you,“ he had said, „and induce an unusual state of consciousness. As I speak to you your memory will be unusually clear. You will recall tiny details with precision. Further, you will become responsive to my suggestions.“

I do not know what the drug was but it seemed truly effective. Slowly, under its influence, and the soothing, but authoritative voice of Iskander, I, responsive to his suggestions, obedient to his commands, began to speak of the house of Belisarius and what had occurred there. I might, in my normal waking state, have recalled much of what had occurred there, even to the words spoken, but, in the unusual state of consciousness which Iskander, by means of his drug and his suggestions, had induced in me even the most trivial details, little things which a waking consciousness would naturally and peremptorily suppress as meaningless, unimportant, were recalled with a lucid, patient fidelity.

(Slave Girl of Gor)

***

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Nachdem Sir Gerd, Isabell und Lady Mithandriel nach Landa aufgebrochen waren, hatte Cato nicht lange auf sich warten lassen. Amira saß bereits bei Lady Jean in der Heilerei, aufgeregt und ein wenig unsicher. Sie würde heute eine Probe des von Lady Jean hergestellten Iskander Serums bekommen um zu sehen, ob die Wirkung so war, wie erhofft und erwünscht. Cato würde ihr Fragen stellen und Lady Jean würde darüber wachen, dass keine unerwarteten Nebenwirkungen zu Komplikationen führen konnten, unterlag jedoch mit allem, was sie hören würde, der Schweigepflicht.

Nachdem sie Cato noch einmal die möglichen Nebenwirkungen erläutert hatte, bat sie Amira sich auf eines der Krankenbetten zu legen und sich möglichst zu entspannen. Das war leichter gesagt als getan. Es gab keinen Grund für Amira Cato nicht völlig zu vertrauen, sie hatte sich einst sogar von ihm einen Kragen umlegen lassen und er hatte sie nicht enttäuscht. Aber dennoch flüsterte eine kleine ängstliche Stimme in ihr Ohr, dass es tief in ihrem Inneren vielleicht Dinge gab, die ein Gefährte besser nicht erfahren sollte. Oder wie Isabell es ausgedrückt hatte: Jede Frau hat doch ihre Geheimnisse, an denen ein Mann nicht rühren sollte.

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Es war nun zu spät, noch einen Rückzieher zu machen. Cato rückte sich einen Schemel neben das Bett und Lady Jean gab ihr eine kleine Phiole mit einer bläulich schimmernden Flüssigkeit darin. Die Zeit drängte und die Wirksamkeit des Serums musste erprobt werden, ohne zuviel Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Amira löste die Nadeln, die ihren Gesichtsschleier hielten und führte die Phiole dann an ihre Lippen. Die Flüssigkeit hatte kaum Eigengeschmack, wenn überhaupt war sie vergleichbar mit leicht gesüßtem Wasser.

Noch während Catos Frage an Lady Jean erklang, wie lange die Wirkung auf sich warten lasse, spürte Amira eine eigentümliche Wärme und Schwere ihrer Glieder eintreten. Als Lady Jean ihr in die Augen sah, gab sie Cato mit einem Nicken zu verstehen, dass er nun Fragen stellen konnte. Seine Stimme drang klar und präzise in ihr Ohr und jedes seiner Worte erschien ihr ungeheure Macht zu entwickeln und die Versuchung ihm zu antworten, war nicht zu unterdrücken. Gleichzeitig führten seine Worte sie in die Vergangenheit, zu jenem Abend in Lydius, an dem sie Cato das erste Mal traf.

„Amira, als wir uns das erste Mal trafen, was hast du da über mich gedacht?“

Sie schmeckte wieder den Tee und spürte den Stoff der Robe, die sie damals getragen hatte. Vor allen Dingen aber erinnerte sie sich an jedes Wort, das damals gesprochen worden war. Und an ihr Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das sich entfaltet hatte, nachdem Cato eine Ahn lang nur von Gesetzestexten und der Gesellschaftsordnung Gors gesprochen hatte, obwohl Amira ihm verzweifelt signalisiert hatte, dass sie allmählich alt genug war um einen Gefährten zu finden. Ihre Stimme klang leicht benommen, als sie freimütig über ihre Enttäuschung sprach, von Cato als Frau gar nicht wahrgenommen worden zu sein.

Lady Jean lachte leise und sagte „Stellt ihr eine Frage, deren Beantwortung ihr in Anwesenheit dritter unangenehm wäre, Sir Cato. So werden wir sehen, ob das Serum wirklich so wirkt, wie wir es uns wünschen.“

Cato nickte. „Weißt du noch, als wir uns nach der Feier des Hauptmanns Raul davonstahlen? Du hast eine wunderschöne neue Robe getragen.“

Amira lächelte nun, ihre Pupillen lagen weit und dunkel, wie Seen, in die man hineinspringen möchte, als sie nun ohne jede Scham erzählte. „Wir lagen am Ufer der Thassa im Garten unten am Hafen. Die Robe war so schön, der Schneider hatte sie -Amalia von Solms- genannt. Die goldenen Schuhe….Und wir haben uns geliebt, Cato. Auf einer Decke im feuchten Gras. Ich schmeckte deine Küsse, auf meinen Lippen, zwischen meinen Schenkeln.“

„Das stimmt Amira, und danach haben wir uns in die Stadt zurückgeschlichen und ich musste Abschied nehmen, weil ich zurück nach Hochburg musste.“

Cato schmunzelte Lady Jean zu und nickte, bevor er nun zu einer wesentlich heikleren Frage überging.

„Amira, hast du für Gar jemals etwas empfunden?“

Amiras Lider begannen zu flackern, als rege sich ein Widerstand gegen diese Frage, der dann vom Sog des Serums weggerissen wurde, wie ein über die Ufer tretender Fluss. „Ich war so stolz, als Gar mich ins Amt rief. Er hat mich an meinen Vater erinnert und ich wollte ihm gefallen. Ich wollte ihm helfen Lydius zu wahrer Größe zu führen. Ich wollte ihm….gefallen…“ wiederholte sie noch einmal. Vor ihren Augen erschient der Moment, als sie Gar nach seiner Neuwahl die Amtskette um den Hals legen durfte und er vor dem Händlerrat ankündigte, sie zur Präfektin ernennen zu wollen. Ihr Herz schlug schneller.

Cato hielt inne und fragte dann weiter.

„Amira, als man dich aus Hochburg fortgebracht hatte und du in Lydius bei Gar warst, hast du da jemals an mich gedacht?“

Amiras Puls begann schlagartig zu rasen und sie warf den Kopf hin und her, die Erinnerungen schlugen mit der Präzision eine Beils zu, dem sie nichts entgegenzusetzen hatte. Die Worte kamen nun hektisch und abgehackt über ihre Lippen „Ich habe dich verraten. Diese Angst. Ich wusste nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Mit jedem Atemzug habe ich dich vermisst. Aber ich dachte…ich bin verloren…und ich hatte Angst…Angst…..das Kind….was soll ich tun….? Niemand kann mir helfen.“ Sie begann zu wimmern, als die Schläge der Kurt sich erneut in ihr Fleisch brannten und ihr Gewicht die Seile an ihren Handgelenken tief ins Fleisch trieb. „Es tut so weh. Es tut so weh…“

Lady Jean hielt Amiras Handgelenk und warf Cato einen warnenden Blick zu. „Beruhigt sie oder ich muss ihr etwas geben, Sir Cato.“

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Cato nickte und streichelte Amira über die Wange.

„Amira? Es ist alles gut. Du bist in Sicherheit und du weißt, dass ich dich nie mehr allein lassen werde. Erinnere dich an deine Kinder.“

Sie erinnerte sich und begann dann zu kreischen. „Ich will mein Kind. Mein Kind….Ich will es halten!“

Cato packte sie fest am Arm und sagte „Laertes ist hier in Turmus, Amira. Alles ist gut. Erinnere dich.“

Lady Jean injizierte ihr ein wenig Beruhigungsmittel.

Schlaftrunken nun beantwortete sie die letzte, so einfache Frage nach den Namen ihrer drei Kinder. Laertes….Dionyza…Hel…… Weiter kam sie nicht und glitt in einen tiefen Schlaf.

Lady Jean nickte Cato zu, ein wenig Stolz lag in ihrem Blick. „Es wirkt so, wie es beabsichtigt war. Aber ihr seht, es ist nichts, das man gern einnehmen möchte, denn es verstärkt ganz offensichtlich die Erinnerungen. Auch die bösartigen.“

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Comments
2 Responses to “Das Serum des Iskander”
  1. Luc (Zelmo) sagt:

    Boah, bis Du Deinen ollen Saft da mal fertig hast, werden ja die Monde viereckig! Ich glaub’, ich komme am besten nochmal persönlich in Turmus vorbei… 😉

  2. neanarstrom sagt:

    Ungeduld war seit jeher ein schlechter Ratgeber, Krieger! *g*

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