Aus dem Staub und den Herzen

Der Tag des Abschieds war gekommen. Auch wenn das Wiedersehen in zeitlicher Ferne lag, war es doch nahliegend in den Herzen derer, die Verbündete geworden waren. Der Pascha hatte seine Leute um sich gesammelt und das Schiff war bereit abzulegen. Isabell, Sir Gerd, Cato und Amira waren an den Pier gekommen, um den Gästen zuzwinken, bis die Farbenpracht der Tahari  sich in dem grauen Dunst aufgelöst hatte, der in Turmus in diesen Wintertagen nicht ungewöhnlich war.

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Es gibt nun die unterschiedlisten Abschiede. Die einen gehen mit Schmerz, weil sie nicht anders können und werden auf ebenso schmerzlichste Weise vermisst. Die anderen gehen aus Feigheit oder Wahn. Manche davon still und feige. Andere im Zorn. Es mag über hundert Arten geben, wie eine Kajira einen Raum betreten kann, aber es gibt sicher über 200 Arten sich zu verabschieden, wenn man den unterlassenen Abschied mit einrechnet.

Ein Sklavenhändler aus dem Norden hatte sich in Turmus niedergelassen und war ein wahrer Gewinn für die Gemeinschaft, da er auch einfache Schmiedearbeiten erledigen konnte. Lysingur von Drauk war der Name des Mannes. In Windeseile ließ man das Sklavenhändlerhaus herrichten, das sich in der alten Hafenmeisterei befand.

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Bei der Sichtung des Hafenarchivs versah Amira zwei Einträge mit einem unheilvollen gelben „V“ für Verräter. Manchmal beginnt die Gewissheit mit einem Gefühl, das dann genährt wird, mit einzelnen Worten, Nebensätzen und schließlich einem Netz aus Indizien, das sich von allen Seiten gesponnen verdichtet. Mit dem Assassinen in Turmus hatte sich das Netz offenbar soweit zugezogen, dass zwei Personen ihre Felle davon schwimmen sahen. Zurück blieb eine verunsicherte kleine Kajira mit gebrochenem Herzen, die feststellen musste, dass Versprechen in diesen Tagen nicht mehr viel Wert waren.

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Bei aller Wut über den verräterischen Händler behielt Catos kühler Verstand dennoch den Überblick. Nach der Verabschiedung des Paschas sammelte er Sir Gerd, Isabell und Amira zu einer Lagebesprechung in der Hafenmeisterei. Lady Isabell, Lady Mithandriel und Sir Gerd würden als nächstes nach Landa reisen, wie am Vorabend angedacht.

Nachdem die Kriegstreiberei Kasras wohl ein Ende gefunden hatte, zumindest hörte man nichts Gegenteiliges mehr, schlug Amira vor, dass sich Del-ka auf seine alten Stärken besinnen sollte, zu denen vor allem die Zersetzung der Städte im Inneren zählte, um Machtpositionen im Sinne der Hohen Kasten wiederbesetzen zu können. Obschon man in Kasra bis zum Zeitpunkt der drohenden Invasion noch keine Ziele verfolgt hatte, hielt sie es für angemessen der frischgebackenen gelbberockten Tatrix und ihren willfährigen roten Speichelleckern einen Denkzettel zu verpassen.

Abgesehen davon musste noch ein Weg gefunden werden, sich mit Hilfe des Serums, ein paar zuverlässige Informationen einzuholen. Das Wort würde schneiden, aber es war auch wichtig zu wissen, ob tatsächlich kein Stahl vonnöten war um Turmus zu verteidigen.

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