Das Angebot der Tatrix

Nach der Rückkehr Catos aus Belnend blieb ihnen in der einsamen Waldhütte wiederum nur eine gemeinsame Nacht. Als ob Cato durch die Dichte der Geschehen beflügelt und angespornt wäre, nahm er Amira gleich nach seiner Rückkehr schnell und heftig auf dem schweren hölzernen Tisch zwischen all den Dokumenten und Schriften, die auf ihre gemeinsame Arbeit hindeuteten. Keyla, Catos Kajira, starrte auf das schamlose Treiben und hatte sichtlich Mühe ihre eigene Hitze zu kontrollieren, als Amiras Lustschreie und Catos Stöhnen den Raum füllten.

Das Mädchen, wahrlich eine Kajira, wandte sich ab und bereitete das Essen zu, während die Herrschaften sich kurz und schnell, aber nicht leise und diskret, miteinander vergnügten. Nach dem Servieren schickte Cato sie hinaus um ihm ein Bad in der Holzwanne zu bereiten. Nicht nur Staub und Schweiß von der Reise klebten nun an ihm.

Nach dem Bad spornte er beide Frauen an zu packen, offensichtlich hatte er es eilig nach Hochburg zurückzukehren. Amira brachte Biest, das Reittharlarion, das ihr so gute Dienste geleistet hatte, in einem Stall in Ars Station unter, unsicher, ob sie es je wieder abholen würde. Aber ins Voltaigebirge konnte sie Biest nicht mitnehmen.

Nachdem sie die lange Reise und den Aufstieg nach Hochburg geschafft hatte, fühlte Amira eine tiefe Erschöpfung und war froh, sofort ein Gästehaus von Cato zugewiesen zu bekommen. Aber die Zeit der Ruhe sollte nicht lange währen. Schon nach einer Ahn verlangte die Tatrix sie zu sprechen und Amira schilderte ihr das, was sie mit Cato zuvor abgesprochen hatte. So war der Grund ihres Aufenthaltes in Hochburg zum einen der politischen Lage in Lydius geschuldet und zum anderen dem privaten Umstand, dass ihr Gefährte sie schwanger im Stich gelassen hatte. Die Tatrix stellte einige Nachfragen und sah Amira mehr als kritisch an, so dass sie froh war, als Cato sich zu ihnen gesellte und ein wenig helfen konnte das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken, die Del-ka nützlicher sein würde. Die Händler, so stimmte auch die Tatrix zu, waren nicht unschuldig an der Kornknappheit, die sich nicht nur auf den Bereich entlang des Vosk beschränkte, wie die Tatrix auf ihrer Reise herausgefunden hatte.

Amira überließ Cato das Feld und legte sich schlafen. Kaum dass ihr Kopf das weiche Fell berührt hatte, glitt sie in einen tiefen und traumlosen Schlaf. Sie ahnte nicht, was das Schicksal just in diesem Moment, in sie schlief, für einen Plan schmiedete.

Das Schicksal kam am nächsten Morgen zu Amira in Form einer Schriftolle, die das Siegel der Tatrix trug. Die Tatrix wollte das Kind, das sie unterm Herzen trug. Es sollte als Catos Kind und rechtmäßiger Erbe Hochburgs aufwachsen.

Amira spürte nicht, wie ihr das Pergament entglitt und sanft zu Boden fiel. Sie fiel aus der Zeit, der Raum um sie herum zerfloss unter ihrem Blick und die ganze Welt schien sich aufzulösen. Cato. Er hatte es ihr gesagt. Die Tatrix wusste alles.

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2 Responses to “Das Angebot der Tatrix”
  1. …Cato bat die Tatrix ebenfalls auch gleich mitzugehen und mit der Person zu sprechen denn es würde sich um Lady Amira die Schreiberin aus Lydius Handeln. Diritas Augen blitzten kurz auf, weis sie ja genau das diese Frau eigentlich seine erste Wahl für eine Gefährtenschaft gewesen wäre, hätte diese Cato nicht abgewiesen…

    http://sunrisewithsugar.wordpress.com/2012/08/16/die-grosse-vertrauensfrage/

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  1. […] die Tatrix ebenfalls auch gleich mitzugehen und mit der Person zu sprechen denn es würde sich um Lady Amira die Schreiberin aus Lydius Handeln. Diritas Augen blitzten kurz auf, weis sie ja genau das diese Frai eigentlich seine erste […]



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