Mondscheinsonate

Amira war schneller im Wasser als Cato schauen konnte. Kalt! Für einen Moment raubte die Kälte des Bergsees ihr fast die Besinnung und ihre Zähne schlugen zitternd aufeinander, dann hörte sie hinter sich den kräftigen Männerkörper ins Wasser gleiten und schwamm. Sie konnte sich nicht mal daran erinnern, wann sie das letzte Mal geschwommen war. Catos Lippen auf ihren, sein Atem auf ihrer Haut, in der Abgeschiedenheit von Hochburg ließ sie die Fesseln der Konventionen hinter sich und gab sich einem Gefühl hin, das ihr neu war, nicht die unterwürfige Liebe einer Sklavin zu ihrem Herrn, die sie kannte, nicht die emotionslose Verbindung zwischen zwei Menschen aus rationalen Erwägungen, trieb sie an, sondern das Gefühl sich diesem Mann hingeben zu wollen, ohne die Verplichtung eines Pergaments oder gar eine Kragens.

Cato! Er hatte es ihr nicht leicht gemacht, als sie mit der lydianischen Delegation in Hochburg eintrafen. Zu groß war seine Kränkung gewesen, als dass er öffentlich eine erneute Annäherung hätte zulassen können. So hatte er sie ignoriert und Amira hatte sich von der Gruppe entfernt um ein paar Stunden allein zu sein und ihre Lage zu überdenken. Vielleicht war die Reise doch keine gute Idee gewesen. Sie zog sich Männerkleidung über, verhüllte Gesicht und Haar und macht sich auf den Weg das Umfeld von Hochburg zu erkunden, wie üblich in der Verkleidung eines schmächtigen Knaben. Dann war Cato plötzlich hinter ihr aufgetaucht, sie hatte noch schnell versucht das lange Haar wieder in der Kapuze zu verbergen, aber zu spät. Nur wenige Worte wurden gewechselt bis Worte zu Taten wurden, sie einander berührten, Lippen auf Lippen stießen… Er würde die Tatrix von Hochburg zur Gefährtin nehmen. Sich ihm unter diesen Umständen hinzugeben bedeutete köstlichste, exklusivste Freiheit.

Cato war ein guter Schwimmer und erwartete sie bereits. Der Umriss seines nackten Körpers im Licht der drei Monde zeichnete sich gegen den nachtschwarzen Himmel ab, als Amira sich aus dem Wasser erhob, das in schimmernden Perlen von ihrer hellen Haut rann. Einen kurzen Moment spürt sie ihr Brand als wäre es frisch und hielt den Atem an. Es war keine Gelegenheit gewesen sich ihm zu offenbaren und sie blieb stehen, gab ihm Zeit sie anzusehen wie sie war, mit Spuren der Vergangenheit, die unauslöschbar waren. Für Erklärungen sei später noch Zeit, sagte er sinngemäß und zog sie auf ein Lager aus Decken und Kissen, trieb die Bedenken mit Küssen aus ihrem Denken und die Angst mit erkundenden Berührungen aus ihrem Körper, bis sie sich schließlich auf seinen Schoß setzte. Die drei Monde und die Sterne waren die einzigen Zeugen in dieser Nacht am Bergsee. Aber oben in Hochburg vermisste man den Präfekten und auch die Schriftgelehrte aus Lydius in dieser Nacht.

Einige wenige Tage der Leichtigkeit blieben Amira in Hochburg, fern von den Wirren lydianischer Politik und des Intrigenspiels. Sie liebten sich ein weiteres Mal in der Bibliothek, atemlos miteinander vereint, inmitten von Büchern und Pergamenten, die sicher niemals zuvor Zeuge solcher Leidenschaft geworden waren. Trafen sie im Teehaus aufeinander, wahrten sie den Schein der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen zwei Schriftgelehrten, die sich der Vernunft beugten. Und dennoch, kaum trafen ihre Blicke aufeinander, spürte Amira ein Gefühl von Freude und Freiheit und Lydius geriet in ihren Gedanken so stark in den Hintergrund, dass sie sich zu wandeln begannt. Sie trug einfache Gewänder statt der prachtvollen Roben und genoss das einfache Leben in vollen Zügen, half sogar im Stall mit und  saß ansonsten mit einem seligen Lächeln im Gesicht auf einer der Bänke im oberen Teil der Stadt, ein Buch auf dem Schoß, den Blick auf den kräftigen Bergmassiven des Voltai.

Die Tatrix behandelte sie freundlich, so dass Amira einen leichten Schmerz verspürte, eine Art schlechtes Gewissen, aber war ein Vertrag etwa nichts weiter als ein Abkommen zum Vorteil beider Parteien? Vielleicht liebten die beiden einander gar nicht. Und wenn doch, so war es sicher eine andere Form der Liebe und Amira nahm ihr nichts, wenn sie sich Cato hingab, in Freiheit und ohne Ansprüche an ihn zu stellen. Als die Tatrix sie um ihre Meinung bat, den Gefährtenschaftsvertrag betreffend, willigte Amira ein. Kein Neid kam in ihr auf, kein Stich im Herzen quälte sie. Cato würde die Tatrix zur Gefährtin nehmen, eine tadellose Verbindung ohne jeden Zweifel. Amira hingegen würde frei bleiben. Frei ihn zu lieben. Frei von dem Schicksal, das das Leben ihrer Mutter bestimmt hatte – und ihres seinerzeit auch.

Doch während sie im Teehaus noch mit Cato und Melisande sprach, streckte Lydius erneut die Finger nach ihr aus.  Amira drehte den Kopf, als ein Schatten auf den Tisch fiel. Sir Dorian Belnendius con Kasra stand im Eingang des Teehauses und er war in Eile, spielte das Spiel vom Liebhaber weiter, das sie zur Tarnung in Lydius begonnen hatten und brachte sie vor Cato in abgrundtiefe Verlegenheit. Amira spürte erneut die Last des politischen Ränkespiels auf ihren schmalen Schultern und Catos Blick schmerzte mehr als jede körperliche Strafe.

(Amira im Gespräch mit Dorian)

Es gelang ihr noch sich von Cato und der Tatrix zu verabschieden. Hastig, kein Moment zu zweit, in dem sie hätte erklären können, nur in ihrem Blick versuchte sie Cato zu vermitteln, dass nicht alles so sei wie es schien und sie deutete – risikoreich genug – an, dass sie aus politischen Gründen mit der kasratischen Eskorte reisen müsse. Die Tatrix verhielt sich neutral und höflich, aber Cato….. hatte er verstanden warum sie gehen musste?

Cato! Sie würde so schnell wie möglich einen vertrauenswürdigen Boten senden, der ihm erklärte warum sie Hochburg überstürzt verlassen musste. Noch während der ersten Gespräche in Kasra schweiften ihre Gedanken ab Richtung Voltai und Cato.

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OOC:Ich habe wenig fotografiert in Hochburg, ähnlich wie mein Mitspieler. Aber es wird sicher eine erneute Gelegenheit geben.

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Comments
One Response to “Mondscheinsonate”
  1. …“Sie begann ruhig sah dabei in seine Augen und meinte recht gefasst das sie ein grosses Problem hätten. In seinen Augen konnte sie einen kurzen Moment Panik erblicken, ihm ging warscheinlich durch den Kopf das die Stadtwachen von seinem Nächtlichen Ausflug berichteten, das sie nun wüsste das er sich sexuell von der Schreiberin aus Lydius mehr als hingezogen fühlte. Sie bemerkte seine unsicherheit ist jedoch nach wie vor was diese Sache angeht völlig Ahnungs und Beweislos, jedoch spürt sie, da sie eine Frau ist……. Blicke sagen mehr als tausend Worte“….

    …“Sie interprätiert seine Gedankenverlorenheit der Sorge um Hochburg, ist ihr ja nicht klar das er nur an das lüsterne Schreiberinnen Fleisch aus Lydius denkt“…

    ((hihi, bin gespannt wies weiter geht. ich lass ma nen kurzen Gruss da und meld mich nach meinem RL Urlaub wieder.))

    http://sunrisewithsugar.wordpress.com/

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