1000 Pfeilspitzen und anderes

Nicht, dass die Hitze nicht schlimm genug gewesen wäre. Ein kurzer Fußweg, hatte Magnus gesagt und dass wir uns zwar an den Blumen des Dschungels erfreuen sollten, aber am besten sehr leise sprechen würden. Ich wachte misstrauisch darüber, dass die vier Träger mit meinem leichten Gepäck auch hinterherkamen, schließlich wollte ich in der Oase der vier Palmen ungern den Leuten in dieser verschwitzen Robe entgegen treten. Das wollene Unterkleid kratzte auf meiner Haut und ich wollte gerade meinen Protest über diese Reiseroute zum Ausdruck bringen, die zu eng war für meine Sänfte, als uns vom Hügel aus eine Frauenstimme anrief. Magnus beschleunigte sein Tempo noch, was mich leicht verwirrte, schließlich hatte ich schon mehrfach signalisiert, dass ich allmählich vor Hitze umkomme in diesem verdammten Wald, schließlich hielt er vor einer Brücke an – allerdings nicht aus Rücksichtnahme, sondern weil wir in einen Hinterhalt geraten waren. Das Begriff ich aber erst, als aus den raschelnden Büschen Jägerinnen getreten waren, bis unter die Zähne bewaffnet. Wilde! In dem Moment begriff sogar ich, dass es nun besser war die Klappe zu halten und zu rennen. Leider kam ich nicht weit, ein greller Schmerz durchfuhr meine Schulter und ich ging zu Boden und stand vorerst auch nicht wieder auf.

Das lag zum einen an der zunächst eintretenden Bewusstlosigkeit und danach an den Fesseln, die man aus meiner Robe geschnitten hatte. Bei dem Gedanken, dass die Robe, die ich beim Heimsteinschwur getragen hatte, nun zerschnitten war, kam mir die Lage wirklich unerträglich vor. Aber es kam noch schlimmer. Eines dieser Weiber riss mir gegen meinen Willen den Schleier vom Gesicht und man führte mich nur im Unterkleid bekleidet nicht nur an Jessa, sondern auch an Magnus und Knopf vorbei ins Lager. Bei den Priesterkönigen, welche Schmach! Hinzu kam die Angst, dass Jessa sich an mein Gesicht erinnern könnte, das ich mit Bedacht sogar im Badehaus verschleiert gelassen hatte.

Im Lager erschienen mir die Jägerinnen dann etwas unorganisiert, aber gut, was will man von Wilden schon erwarten Sie stellten mir einige Fragen, fanden raus, dass keinem Menschen an mir etwas gelegen war – musste ich doch annehmen, dass der Administrator nach unserem letzten Gespräch eher froh war, mich im Dschungel verschollen zu wissen und Utharius con Ar konnte ich ja wohl kaum nennen.  Dennoch wurde eine Botschaft nach Lydius entsendet mti einer Warenforderung, gegen die Jessa, Magnus, Knopf und ich wieder freikommen würden.

Allerdings ist Lydius ja recht weit weg, so dass uns eine sehr beklemmende Zeit in den unterirdischen Kennels der Jägerinnen bevorstand, die vor allem für die Bäckerin beinah einen blutigen Ausgang genommen hatte – die entdeckte nämlich in der ungewohnte Situation der Gefangenschaft den Revoluzzer in sich und provozierte die Jägerinnen derart, das eine davon, ein etwas heißblütiges und leicht zu reizendes Geschöpf mit halbrasiertem Kopf, ihr schon die Fingersehnen durchtrennen wollte, damit sie nie wieder backen könne. Für meine Figur sicher zuträglich, für den Heimstein aber sicher eine Katastrophe.

Gerade noch rechtzeitig trafen die Waren aus Lydius ein und Magnus und ich warfen uns einen erleicherten Blick zu. Offenbar hatte Lydius uns für so wertvoll befunden, dass man den Handel eingegangen war. Dennoch trafen wir ziemlich abgerissen und mit den Nerven fertig in der Oase ein.

Dort ließ ich mir von der noch ungeprüften Heilerin zunächst die Wunde nähen, die von der Schamanin oder was auch immer mit einer Misstrauen erweckenden Paste bestrichen worden war und die während des Fußmarschs den ganzen Verband durchgeblutet hatte.  Leicht mulmig war mir schon, als die Frau mir gestand noch nicht voll ausgebildet zu sein, aber was will man tun? Sie hat ihre Sache gut gemacht. Ich frage mich nur, wo der Heiler der Oase steckte in dieser Zeit. Vermutlich in den Fellen mit einer Kajira.

Jessa, die vor Schock nur noch wirres Zeug redete, und ich wurden oben im Krankenzimmer einquartiert und da ich gleich an diesem Abend noch Appetit auf Vulosuppe entwickelte, war ich sicher, dass ich pyhsisch und psychisch die Sache gut überstanden hatte.

Meine einzige Sorge war noch, dass Jessa, genesen vom ersten Schock, nun mein Gesicht kannte und sich vielleicht erinnern konnte, es schonmal gesehen zu haben.

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Comments
One Response to “1000 Pfeilspitzen und anderes”
  1. Magnus sagt:

    was soll man zu der Geschichte sagen?
    dumm gelaufen, oder?
    Ich denke, hätte Lady Amira nicht Unmengen Gepäck, Sänfte und Träger mitgeschleppt, wären wir schneller und lautlos durch den Urwald an unser Ziel gelangt.

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