Heimsteinschwur

Schon als Amira den Brunnenplatz betrat und auf einige andere Bürger traf, die gerade dabei waren, die Stufen zum Tempel hochzusteigen, klopft ihr Herz bis in den Hals. Zur Feier des Tages hatte sie sogar ihr sorgfältig nach hinten geflochtenes und aufgestecktes Haar mit einem Tuch abgedeckt, das sie mit der festlichen Robe erstanden hatte.

Neben ihr in der Reihe der Neubürger befand sich Sir Magnus, während alle anderen Bürger vom Administrator auf die rechte Seite des Tempels dirigiert wurden. So – geteilt in zwei Parteien – wurde die Bedeutung der Gemeinschaft allen noch einmal bewusst. NOCH standen Sir Magnus und sie außen und ihr trat kalter Schweiß auf die Stirn vor Angst, dass heute noch etwas geschehen könnte, das ihren Schwur verhindern vermochte.

Nachdem Sir Magnus sich einige Patzer geleistet hatte, wurde sie ruhiger und folgte der Zeremonie mit der für Schreiber in solchen Dingen angemessenen Würde und Ernsthaftigkeit. Nachdem Magnus feierlich in die Reihen der Bürger von Lydius und zeitgleich in die Kaste der Händler aufgenommen worden war, trat Gar nun vor Amira und sie brachte ihr Anliegen vor, nämlich auf den Heimstein von Lydius zu schwören. In den darauffolgenden Ihn, die die Bürger Zeit hatten, ihre Bedenken und Einwände vorzutragen, begann ihr Herz kurzzeitig noch einmal zu rasen und sie glaubte das Brand an ihrem Schenkel pochen zu fühlen. Natürlich blieb alles still. Und so bat der Administrator sie vor zum Heimstein und ließ sie ihren Eid schwören, die rasch mit einem Tropfen ihres Blutes besiegelte, als Gar ihr die Gelegenheit gab dem Stein auf ihre persönliche Art Treue zu zeigen.

Erleichtert und mit einem ungeahnten Gefühl von Stolz und Freude wandte sie sich um und gesellte sich zu den anderen Bürgern, zu denen sie nun gehörte. Selbst für den Krieger Tharkan, der während der Zeremonie über den Heimstein wachte, hegte die junge Präfektin an diesem Abend ein Gefühl von Sympathie – vereinte sie doch alle die Liebe zu ihrem Heimstein miteinander.

Zu aller Überraschung bat Gar nun auch noch Jessa, die Bäckerin, nach vorn, die zwar zum Inventar von Lydius gehört, aber zu aller Erstaunen, noch keinen Schwur geleistet hatte. Der Administrator bewies nun reichlich Fingerspitzengefühl und führte die etwas beschränkte und deutlich eingeschüchterte Bäckersfrau geschickt durch die Zeremonie, so dass im Anschluss noch Zeit für einen festlichen Umtrunk war.

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