„Stimmung erzeugen…

…ist doch das Wichtigste bei der Sache.“

Amira legt die Feder kurz beiseite und blickt aus dem Fenster auf das Haus des Kriegers, der sich für die Stadtwache beworben hatte. Ihre Gedanken sind bei der bevorstehenden Gefährtenschaftsfeier von Sam und Sir Grae am zweiten Tag der kommenden Hand. Bei aller Aufgeregtheit von Sam, ist ihre eigene auch nicht eben gering. Seit Tagen feilt sie an den Formulierungen und sinnt über ihr Unbehagen nach, dass sie Sam nicht vom Abschluss eines Gefährtenschaftsvertrages überzeugen konnte. Ob Sir Grae wirklich so ein freundlicher und großzügiger Gefährte sein würde, wie Sam sich das erhoffte, würde sich damit erst noch rausstellen. Sie, Amira, hatte den Prätor für Heimsteinfremde in jedem Fall schon anders kennengelernt.

Amira erhob sich und wanderte unruhig durchs Zimmer, stricht imVorbeigehen zärtlich über die alten Bücher ihre Großvaters, allesam Originale aus der verloren geglaubten Bibliothek von Ko-Ro-Ba. Ihre Fibel war immer noch bei Sam im Leuchtturm. Auch ein Erinnerungsstück an glückliche Zeiten ihrer Kindheit.

Ihre Mutter hatte für Gefährtenschafts-Zeremonien nie viel übrig gehabt, so dass es sich nicht lohnte darüber nachzudenken, wie diese ihre Formulierungen gestaltet hätte. Ihr Großvater dagegen, Caprus con Ko-Ro-Ba, war ein Mann mit dem rechten Gefühl für Stimmungen gewesen. Amira setzt sich zurück an ihr Schreibpult und nahm die Feder wieder auf. Die Gefährtenschaft darf nicht leichtfertig eingegangen werden. Insbesondere nicht von der Frau, fügt Amira im Geiste hinzu und seufzt. Ohne besondere vertragliche Regelungen wird Sam sich ganz in die Hand von Sir Grae geben. Sie wird bei jeder wichtigen Sache seine Erlaubnis benötigen. Sie wird ihm Kinder schenken, auf die sie bei Nichtverlängerung der Gefährtenschaft keine Ansprüche hat. Sam, die freiheitsliebende, Sam.

Amira schloss die Augen und begann dann zu schreiben, Worte zu skizzieren, die den tieferen Sinn der Zeremonie transportieren sollten und dennoch einen Hauch von Romantik für die Sängerin und die anwesenden Frauen enthielten. „Der Wein der Liebe, ein irreführender Name…“, schoss es ihr erneut durch den Kopf. Als habe sich ihre Mutter darin eingenistet und verbreite ihre Ansichten zum Miteinander von Mann und Frau auf Gor in Amiras Bewusstsein. „Es kann auch gut gehen!“, sagt Amira laut und versucht es erneut, aber die Worte wollen nicht recht fließen. Erst als sie ihren Gedanken etwas mehr Freiheit gibt und sich erinnert, wie das ist, wenn man liebt, gerät sie allmählich in Konzentration und bringt Worte aufs Papier, die taugen.

Der Festpavillon taucht vor ihrem inneren Auge auf, der lange Weg an den Bänken der Zuschauer vorbei im Tempel, die prachtvollen Roben, die sich im Licht der Laternen und zur Musik bewegen würden, wenn es Abend wird. Es wird eine schöne Feier werden. Nur darauf kommt es an. Darüber hinaus lohnt es nicht zu denken, denn die Würfel sind bereits gefallen.

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ooc:

Die Gefährtenschaftsfeier von Lady Sam, Kaste der Musiker und Gaukler, und Sir Grae, Händler und Prätor für Heimsteinfremde am DI im Tempel zu Lydius ab 20.30 Uhr statt.

Eine gute Gelegenheit mal wieder in Lydius vorbeizuschauen, aber auch für Interessierte, einen Eindruck vom Rollenspiel zu gewinnen.

Gesucht werden im Prinzip alle Kasten, aber vor allen Dingen: HANDWERKER jeder Art.

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