Wagnis und Gewinn

Was für ein aufregender Tag, den Leora sicher nicht vergessen wird und mir ihr Cassia und Rana.

Der Tag hatte sich zuerst wohlig und gemütlich angelassen, so dass sogar der Hauptmann Zeit fand sich am Feuer niederzulassen und ein wenig über den Krieg und über das Verhältnis von Kajirae zu Freien im allgemeinen zu dozieren, sein Vortrag – wie man es von ihm schon kennt – getränkt vom brachialen Charme eines Kriegers, der zu allem bereit ist und sich nimmt, was er möchte und nicht nimmt, was er nicht möchte. (!)

Jedenfalls hat Leora ja nicht wirklich die Geisteskraft um nahezu philosphischen Ausführungen zu folgen, viel mehr folgte sie dem Spiel seiner Bauchmuskeln mit ihren Augen, denn er Hauptmann trug mal keine Tunika, vermutlich um seinem blutigen Verband die nötige Wirkkraft zu verleihen.

Leora – im Lagerstress schon fast ein wenig ausgehungert – geriet ziemlich schnell in Wallung, hegte dann auch leise Hoffnungen, als sie von ihrem aus dem Zelt tretenden Herrn, dem Feldmarschall persönlich,  gerufen wurde. Es ging aber nur um eine Spionin, die sich wohl als Kajira ins Lager geschlichten hat. Versorgt mit einem kleinen Auftrag, aber immer noch zentral unbefriedigt, spazierte sie zurück zum Feuer.

Da geschah es, Tarnreiter griffen das Lager an. Die Kajirae wurden angewiesen sich im Zelt des Ubars unter dem großen Tisch versteckt zu halten und taten dies auch. Als es still wurde, streckten sie die Köpfe aus dem Zelt und fanden das Lager leer vor, weil alle Krieger wohl draußen um Kasras Ehre kämpften – vor den Mauern von Belnend. Schreie, Kampfrufe und das Klirren von Waffen war zu hören. Endlich ging es der Stadt voll Verrätern und Ehrlosen an den Kragen!

Die Kajirae waren nun voller Angst um die Krieger und vor allen Dingen beseelt von dem Wunsch sich nützlich zu machen und ein wagemuter, nahezu irrwitziger Plan war schnell geboren, der sie alle zwar allesamt auf den Pfahl bringen konnte, aber im Rausch des Krieges und mit dem Gefühl, dass sie ohnehin alle sterben würden wenn Kasra nicht siegen würde, schlichen sich drei von ihnen aus dem Lager. Was genau sie taten, darüber soll der Mantel des Schweigens gebreitet werden, aber ihre Entscheidung war für alle drei richtig und alle drei hätten den Tod dafür in Kauf genommen um zum Sieg beizutragen.

Wie sich später in der Nacht herausstellen sollte, als Leora endlich in den Armen ihres Herrn in dessen Zelt lag, hatte ihr Handeln tatsächlich zum Sieg in dieser Schlacht beigetragen. Ihr Herr hatte darauf bestanden zu hören was sie in der Zeit getan hatte, in der er selbst eingekerkert in den Kennels von Belnend saß und auf Verhör und Folter wartete. Und so presste er die Wahrheit aus seiner kleinen Kajira heraus, entschied sich aber dazu, sie leben zu lassen und bestrafte sie auch nicht. Was für ein Tag! Leora schlief befriedigt und voller Stolz im Herzen ein. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie etwas gewagt und etwas ihr streng Verbotenes getan.

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Comments
3 Responses to “Wagnis und Gewinn”
  1. Asinay sagt:

    Ja was hat sie denn getan? *hibbelt neugierig herum* Los, erzähl. *piekst das Blondchen mal*

  2. Asinay sagt:

    Wohl kaum .. ich denke das Thema Kasra ist durch bei mir. *seufzt leise*

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