Der goldene Käfig

Nawal gewöhnt sich nur langsam an die Hitze und darf ohne Aufforderung den Palast nur verlassen, um kurz zum Brunnen zugehen. Oft sitzt sie am Tor und schaut hinunter in die Oase um etwas vom dem Leben dort zu spüren und ab und zu einen Plausch mit Vorbeilaufenden zu halten.

Das Leben im Palast ist ein Leben unter Frauen, die zu einem zentralen Punkt hin ausgerichtet sind, dem Pasha. Mit seinem Urteil steht und fällt alles. Obwohl es kleine Kabbeleien zwischen den Mädchen gibt, fühlt Nawal sich wohl und hat auch keine Angst die Augen zu schließen, wenn sie müde ist. Eine kleine Barbarin von weißer Seide hat ein Wort erwähnt, das Nawal seither nicht mehr aus dem Kopf geht: E-M-A-N-Z-I-P-A-T-I-O-N. Leider wollte das Mädchen das nicht näher erklären, meinte aber, dass die Erwähnung sicher wieder zu Strafen führen würde. Da Nawal auf jeden Fall einen weiteren Aufenthalt in der Grube vermeiden möchte, versucht sie sich anzupassen und zu gefallen, was ihr zu ihrer eigenen Überraschung gar nicht so schwer fällt.

Gegen Abend traf eine Karawane ein, die den Pasha der Oase von Klima mitsamt weißseidener Sklavin ans Palasttor spülte. Wenig später traf auch der Sklavenhändler von Klima ein, der meinte mit einem Tarn hergeflogen zu sein. Vermutlich ein Humorist, obwohl er auf den ersten Blick die übliche Humorlosigkeit eines Sklavenhändlers an den Tag legte. Nawal durfte den Pasha von Klima bedienen und hat ihre Aufgabe wohl ganz gut gemeistert und konnte zufrieden und erschöpft den Tag beenden.

 

 

 

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